Tomaten 2025

Tomaten 2025

Sorten, Aussaat, Wachstum, Ernte, Tasting

Für die Saison 2025 habe ich mich für 12 Sorten Tomaten entschieden, von jeder Sorte eine Pflanze. Zwei Sorten kenne ich bereits, die anderen 10 Sorten sind für mich neu. Bei so vielen tollen Tomatensorten fällt die Auswahl echt schwer … und wenn ich erst ein Gewächshaus mein Eigen nennen darf, dann werden es sicher etliche mehr.

Für sechs Tomatenpflanzen habe ich einen Platz in Mischkultur in meinen Quadratbeeten, die sechs weiteren werden im 30-Liter-Pflanzsäcke gefüllt mit Mel’s Mix gepflanzt. Sie stehen von der Hauswand nach Süden und bekommen dort bis zum Nachmittag Sonne. Da die dicken Sandsteine die Wärme der Sonnenstrahlen speichern und über Nacht wieder abgeben, fühlen sich die Tomaten davor sehr wohl.

Dieser Blogbeitrag wird weiter ergänzt und die Entwicklung der zwölf Sorten durch die Saison 2025 beschreiben. Wir starten natürlich mit der Aussaat.

Aussaat: 5. März 2025

Ausgesät habe ich alle Sorten zusammen am 05.03.2025 in einer 15 × 22 cm großen Anzuchtschale, die 5 cm hoch mit Anzucht-Mel’s-Mix gefüllt ist. Eingeteilt in 3 × 4 Parzellen, kamen in jedes Saatloch drei Samenkörnchen. Etwas Substrat drüber und gut mit der Ballbrause angegossen.

Haube drauf und ab auf die 25 °C warme Heizmatte. Und dann habe ich zwei Tage mal nicht kontrolliert und schwups waren am 9. März schon einige Keimlinge unschön in die Länge zum Licht geschossen 😣. Bei Tomaten ist dieses Vergeilen tatsächlich nicht so tragisch und kann beim Pikieren geheilt werden. Aber erst einmal geht es stante pede unter die Zusatzbeleuchtung, damit die Stängelchen nicht noch länger, dafür aber kräftiger werden. Und damit die fehlenden Keimlinge noch schlüpfen.

Ein weißer, rechteckiger Pflanzkasten, gefüllt mit einer dunklen, reichhaltigen Erdmischung. Auf der Oberfläche sind mehrere kleine Vertiefungen sichtbar. Im Boden sind einige weiße und gelbe Flecken verstreut. Auf der Holzoberfläche neben dem Pflanzkasten ist eine orangefarbene Kugel, möglicherweise ein Topf, teilweise sichtbar.
Tomaten-Keimlinge sprießen in einem rechteckigen Topf mit Erde. Der Topf steht auf einer Fensterbank, von der aus man eine Ziegelmauer und viel Grün sehen kann. Die Setzlinge stehen mit etwas Abstand zueinander, und ihre zarten Stängel strecken sich dem Fensterlicht entgegen.

Am 15. März sind von jeder Sorte 2-3 Pflänzchen gekeimt und es bilden sich die ersten echten Blätter nach den Keimblättern. Bald wird es Zeit fürs Pikieren.

Tablett mit zahlreichen jungen Setzlingen, die aus dunkler, gesprenkelter Erde sprießen. Die Setzlinge haben schlanke Stängel und kleine grüne Blätter. Um das Tablett herum stehen mehrere Topfpflanzen in verschiedenen Behältern, einige davon mit Etiketten beschriftet. Im Hintergrund sind helles Licht und ein Fensterrahmen zu sehen.

Sorten

Grandma Mary´s Paste oder Mom’s Paste

Buschtomate, ca. 100 cm hoch
Rote, ovale, mittelgroße Früchte mit 80-150 g Gewicht.
Reifezeit von der Befruchtung bis zur Ernte: 75 Tage

Diese amerikanische Soßentomate mit italienischen Wurzeln ist eine Empfehlung einer Teilnehmerin meines Quadrat-Garten-Club. Der Ertrag soll bei ca. 4 kg pro Pflanze liegen.

Die Angaben zum Gewicht der Früchte variieren stark, wenn die ersten geerntet sind, kann ich mehr sagen. Einig ist man sich über den herausragenden Geschmack der Soße von Mom’s Paste.

Soßentomaten schmecken roh meist fade und entwickeln ihren Geschmack erst gekocht.

Mom’s Paste soll bei mir 2025 in einem 30l Pflanzsack geschützt vor der Hauswand wachsen.

Samen zum Beispiel erhältlich bei: Der Tomatenflüsterer

Canneberge Sucreé

Buschtomate, 60-80 cm hoch
Knallrote, runde Früchte mit 10-20 g Gewicht.
Reifezeit von der Befruchtung bis zur Ernte: 70 Tage

Diese russische Sorte mit dem französischen Namen soll super viele kleine süße Früchte produzieren. Die „Preiselbeeren mit Zucker“ gelten als robust und freilandgeeignet.

Sie wird ungeschützt im Quadratbeet wachsen.

Samen zum Beispiel erhältlich bei: Der Tomatenflüsterer

Ladybug

Buschtomate, 30-50 cm hoch
Knallrote, ovale, kleine Früchte mit 15–25 g Gewicht
Reifezeit von der Befruchtung bis zur Ernte: 65 Tage

Diese russische Zwergtomate soll sehr widerstandsfähig gegen Nässe und Schädlinge sein. Die kleinen, süßen Früchte reifen nach ca. 65 Tagen, sodass ich Anfang Juli mit den ersten Marienkäfer-Tomaten rechne.

Sie wird ungeschützt im Hochbeet wachsen. Einige berichten, dass Ladybug deutlich höher, ca. 100 cm, hoch wächst.

Samen zum Beispiel erhältlich bei: Der Tomatenflüsterer

Rotkäppchen

Buschtomate, ca. 80 cm hoch
Rote, runde, mittelgroße Früchte mit ca. 80 g Gewicht
Reifezeit von der Befruchtung bis zur Ernte: 55 Tage

Das Rotkäppchen ist eine Züchtung aus Erfurt und hat im letzten Jahr Tina, einer Teilnehmerin im Quadrat-Garten-Club, viel Freude gemacht. Ich selbst hatte sie auch schon einmal vor einigen Jahren, da ist sie mir leider abgebrochen. Tina ist das Gleiche passiert. Sie hat aus dem Leid allerdings eine Freude gemacht, indem sie den abgebrochenen Trieb gleich einpflanzte. Dieser bewurzelte schnell und sie hatte dann zwei Pflanzen und eine Menge leckerer Tomaten. Wir lernen aber: Rotkäppchen bricht schnell ab, also gut festbinden.

Rotkäppchen produziert klassische, rote Salattomaten. Gut gefällt mir auch die schnelle Reifezeit und der kompakte Wuchs, mit dem sie ohne langen Stab oder Rankhilfe auskommt. Sie wird ungeschützt im Hochbeet wachsen.

Samen zum Beispiel erhältlich bei: Bingenheimer Saatgut

Tigerette Cherry

Buschtomate, ca. 60 cm hoch
Gelbe, leicht orange geflammte, ovale Früchte mit ca. 35 g Gewicht.
Reifezeit von der Befruchtung bis zur Ernte: 85 Tage

Tigerette Cherry fällt schon als Keimling besonders ins Auge: Die Blätter sind eher gelb als grün. Wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte man einen Nährstoffmangel vermuten, aber bei der Tigerette Cherry muss das so.

Ich stehe ja auf alles Grüne, das etwas aus dem Rahmen fällt und so war ich 2023 schon ganz verliebt in meine kleinen Tigerette-Pflänzchen. Leider mochten auch die Trauermückenlarven sie besonders gerne und ich habe nicht schnell genug reagiert, sodass sie nicht überlebten. Das hat mich sehr geärgert. Seitdem bin ich da sehr aufmerksam geworden und empfehle schon gebetsmühlenartig immer Gelbtafeln zum Trauermücken-Monitoring aufzustellen.

Aber: Neues Jahr, neues Glück. Diesmal passe ich besser auf meine kleinen gelben Schätze auf, damit ich auch die Früchtchen mal probieren kann.

Samen zum Beispiel erhältlich bei: Samenhaus

Mexikanische Honigtomate

Stabtomate, > 200 cm hoch
Rote, kugelrunde Früchte mit ca. 30 g Gewicht
Reifezeit von der Befruchtung bis zur Ernte: 55 Tage

Die Mexikanische Honigtomate gilt als eine der süßesten Tomaten. Ich liebe kleine, süße Naschtomaten und bin gespannt auf den Geschmack.

Ich bekam den selbst geernteten Samen einer Teilnehmerin über den Samentausch im Quadrat-Garten-Club.

Sie soll sehr reichtragend sein, besonders, wenn sie mehrtriebig gezogen wird. Allerdings ist die Haut weich und dünn, sodass sie zum Platzen neigt. Darum bekommt sie bei mir einen geschützten Platz vor der Hauswand und wird im 30l Pflanzsack wachsen.

Samen zum Beispiel erhältlich bei: Irinas Tomaten

Blaue Kasachstan

Stabtomate, ca. 180 cm hoch
Rot-lila-braune, flachrunde Früchte mit bis zu 150-350 g Gewicht
Reifezeit von der Befruchtung bis zur Ernte: ? Tage

Neben den vielen kleinfrüchtigen Tomaten, wollte ich gerne noch eine Fleischtomate anbauen. Die Blaue Kasachstan soll sehr aromatisch und ausgewogen schmecken.

Ich bekam den selbst geernteten Samen einer Teilnehmerin mit einem ? über den Samentausch im Quadrat-Garten-Club. Es wird also eine Überraschungstomate.

Weil die Haut eher dünn sein soll, bekommt auch diese den geschützten Platz vor der Hauswand und wird im 30l Pflanzsack wachsen.

Samen zum Beispiel erhältlich bei: Irinas Tomaten

Amy´s Apricot

Stabtomate, ca. 180 cm hoch
Orange, runde Früchte mit 15-25 g Gewicht
Reifezeit von der Befruchtung bis zur Ernte: 75 Tage

Diese robuste amerikanische Cocktailtomate mit italienischen Wurzeln soll sehr aromatische, fruchtige Früchte liefern.

Sie wird ungeschützt im Quadratbeet wachsen, wo ich sie mehrtriebig an der Rankhilfe hoch leiten möchte.

Samen zum Beispiel erhältlich bei: Der Tomatenflüsterer

Gardener’s Delight

Stabtomate, > 200 cm hoch
Knallrote, runde Früchte mit ca. 25 g Gewicht
Reifezeit von der Befruchtung bis zur Ernte: 55 Tage

Die große Freude des Gärtners ist eine beliebte alte Sorte aus Erfurt, die sich unter verschiedenen Namen einen Platz in vielen Gärten sichert. In Deutschland kam sie als Gartenfreude in den Handel, die Franzosen kennen sie als ‚Delice du Jardin‘ und in Amerika bekam sie den Namen ‚Sugar Lump‘. In England soll sie die beliebteste Tomatensorte sein.

Angesichts dessen wundere ich mich, dass ich sie noch nie angebaut habe, möglicherweise ist sie eher eine Kandidatin fürs Gewächshaus. Ich werde es mit dem geschützten Platz vor der Hauswand probieren. Mal schauen, ob ich mich auch über lange Rispen mit köstlichen Früchtchen freuen kann.

Samen zum Beispiel erhältlich bei: Christian Herb, Samenhaus

Primabella

Stabtomate, ca. 180 cm hoch
Rote, runde Früchte mit ca. 30 g Gewicht
Reifezeit von der Befruchtung bis zur Ernte: 60 Tage

Primabella ist eine fürs Freiland gezüchtete junge Sorte mit hoher Widerstandskraft gegen Kraut- und Braunfäule. Ich habe sie 2023 bereits im Quadratbeet angebaut und sie ist mehrtriebig an der Rankhilfe gewachsen. Die Pflanzen blieben gesund bis in den Herbst, obwohl auch 2023 kein tomatenfreundliches Jahr war.

Böse Stimmen behaupten die Primabella wäre nicht sehr aromatisch. Ja, mit ‚Brad’s Atomic Grape‘, deren Aroma ich letztes Jahr wirklich außerordentlich fand, kann sie nicht mithalten, aber es ist ein solide, leckere Tomate.

Dieses Jahr wird sie auch wieder im Quadratbeet an der Rankhilfe wachsen.

Samen zum Beispiel erhältlich bei: Bingenheimer Saatgut

Matina

Stabtomate, ca. 200 cm hoch
Rote, runde, mittelgroße Früchte mit ca. 70-80 g Gewicht
Reifezeit von der Befruchtung bis zur Ernte: 55 Tage

Matina ist ebenfalls eine robuste Freilandtomate aus Deutschland mit früher Ernte. Sie gilt als pflegeleicht und robust und trotz der eher dünnen Haut als regentolerant. Die Früchte sind deutlich größer als bei Primabella, wie man es für eine klassische Salattomate erwartet.

Matina soll auch im Quadratbeet mehrtriebig an der Rankhilfe wachsen.

Samen zum Beispiel erhältlich bei: Bingenheimer Saatgut

Lady Aireen Sweetie Pie

Stabtomate, ca. 180 cm hoch
Rote, runde, kleine Früchte mit ca. 15-20 g Gewicht
Reifezeit von der Befruchtung bis zur Ernte: 70 Tage

Schon der Name lässt auf eine besonders süße Tomaten schließen und so soll die Lady zu den süßesten Tomaten zählen. Die Engländerin gilt als sehr wüchsig und robust, mit hoher Widerstandskraft gegen Kraut- und Braunfäule. Die kleinen, runden Früchte hängen an langen Rispen.

Da alle drei Tomatenplätze an der Rankhilfe in den Quadratbeeten bereits vergeben sind, wird Lady Aireen Sweetie Pie mit einem Pflanzsack vorliebnehmen.

Samen zum Beispiel erhältlich bei: Der Tomatenflüsterer

Gartenrückblick August: Ernten und Schichtwechsel in den Beeten

Gartenrückblick August: Ernten und Schichtwechsel in den Beeten

Darauf freuen wir uns im August immer besonders: Eine Tomatencremesuppe aus frischen, sonnenreifen Tomaten! Soooo lecker. Für dieses Jahr habe ich extra einige Tomatensorten angebaut, die sich besonders für Suppe und Sauce eignen sollen, aber im Grunde wandern bei uns alle Tomaten, die wir frisch nicht zeitnah essen, in den (Thermomix-)Topf. So lässt sich der Geschmack des Sommers in Gläser abgefüllt bewahren. Auch Bohnen gab es so reichlich, dass es für ein paar Gläser Bohnensalat reichte.

Neben der Ernte stand der August im Zeichen des Wandels. Viele Quadrate sind abgeerntet und werden neu gesät oder bepflanzt, denn die Beete sollen zum Herbst ja nicht leer dastehen. Bis zum ersten Frost sind es im August noch 8–10 Wochen, also für viele Gemüse noch Zeit genug zu stattlichen und bald erntereifen Pflanzen heranzuwachsen. Und so sieht es im August, wenn überall im Beet die Keimlinge blitzen, fast ein wenig aus wie im Frühjahr.

Das tägliche Gartentagebuch schreiben wie im Mai und Juni habe ich aufgegeben, das ist mir zu zeitintensiv. Mein persönliches Gartentagebuch sind die Handy-Fotos und Videos, die ich bei fast jedem Gang im Garten machen, sobald mir etwas auffällt oder ich einen Termin zum Beispiel von der Aussaat oder den ersten Keimlingen etc. festhalten möchte. Das funktioniert für mich praktisch nebenbei.

Aber natürlich möchte ich die verehrte Leserschaft an meinem Gartenwerk teilhaben lassen und Erkenntnisse und Tipps teilen. Die schönsten und aussagekräftigsten Fotos des Monats findest du oben in der Bildergalerie.

🖐️ Zusätzlich blicke ich diesmal mit einer 5-Finger-Reflektion zurück auf den vergangenen Monat, sodass die wichtigsten Gartenereignisse einen Raum erhalten, der mein und dein Gartenwissen und -fertigkeit wachsen lässt. An den fünf Fingern der Hand zähle ich ab, was top war (Daumen), was ich gelernt habe (Zeigefinger), was schiefgegangen ist (Mittelfinger), was im nächsten Monat wichtig ist (Ringfinger) und was im Pflanzenkindergarten (Kleiner Finger) los war.

Daumen – Das hat im August richtig gut funktioniert und war eine echte Freude:

👍 Ernte von Tomaten, Bohnen und Zwiebeln

Die Tomaten: Trotz des verregneten und kühlen Juli haben die meisten Tomaten draußen gut durchgehalten und füllten Anfang August mit reichlich Früchten den Erntekorb. Der Göttergatte freute sich über aromatische Tomatencremesuppe und auch der Rest der Familie wurde versorgt. Die Sorte ‘Brad´s Atomic Grape’ hatte mir bei der Anzucht viel Sorge gemacht, aber kaum draußen gab es kein Halten und die Früchte haben nicht nur eine ungewöhnliche Färbung, sie schmecken auch sehr süß und lecker. Von den klassischen roten Runden gefällt mir ‘Be Berao’ sehr gut. Als ausgelobte Soßentomate ergibt sie nicht nur eine kräftig rote Soße, nein, sie ist auch roh ganz lecker.

Stangenbohnen: In diesem Jahr sind mit lediglich 4 Quadraten die Buschbohnen etwas kurz gekommen. Doch die beiden Quadrate mit Stangenbohnen konnten die Lücke mit Bravour füllen. Ich habe die letzten Jahre keine Stangenbohnen gelegt, weil ich die feinen Prinzessbohnen delikater finde, aber die Ergiebigkeit der Stangenbohnen hat mich dieses Jahr doch beeindruckt. Und sie sind ja eigentlich auch ganz lecker.

Gesäte Zwiebeln: Bislang griff ich zu Steckzwiebeln, denn die Anzucht aus Samen dauert eine gute Weile. Im letzten Jahr probierte ich dann erstmalig Saatzwiebeln, doch der Erfolg war mäßig. Alle Zwiebelgewächse haben im Quadrat so ihre Probleme, wenn man ihnen aufdringliche Nachbarn zu Seite gesellt. Dieses Jahr war ich schlauer und habe die Zwiebelquadrate so gelegt, dass sie viel Freiraum zum Wachsen haben. Und dann klappt es auch mit den Zwiebeln. Besonders die gelbe Sorte ‘‘Rijnsburger Auslese’ ist sehr gleichmäßig gewachsen und hat eine ordentliche Größe erreicht.

Ein geflochtener Korb voller leuchtend roter Roma-Tomaten steht auf der Erde eines Gartenbeets. Der Korb hat einen gebogenen Griff und präsentiert eine Fülle frisch geernteter Tomaten in verschiedenen Größen, von mittelgroß bis klein, wobei manche noch ihre grünen Stiele haben.

Tomatenernte Ende August

Die „Soßentomaten“ ‚San Marzano‘ (vorne) und ‚De Borao‘.

Nahaufnahme einer Gartenszene mit einer üppigen grünen Bohnenpflanze, an deren Ranken zahlreiche lange, schlanke und leuchtend violette Bohnen hängen. Die Bohnen bilden einen Kontrast zu den großen, gesunden grünen Blättern, die sie umgeben. In der oberen linken Ecke ist eine Hand zu sehen, die sanft eine der Ranken hält.

Stangenbohnen ‚Brunhilde‘

Zwei Quadrate mit Stangenbohnen liefern reichlich violette und grüne Bohnen.

Eine Hand hält ein frisch geerntetes Bündel kleiner Zwiebeln mit grünen Stielen. Die Schale der Zwiebeln ist braun und es haftet noch etwas dunkle Erde daran. Im Hintergrund sind die grünen Blätter von Maispflanzen zu sehen. Das Sonnenlicht erhellt die Szene und hebt die leuchtenden Grüntöne hervor.

Zwiebelernte Ende August

Diese 16 Zwiebeln sind im 30 x 30 cm Quadrat gewachsen.

Zeigefinger – Das habe ich im August gelernt oder an Erkenntnis gewonnen:

👆 Mindestanzahl von Maispflanzen und Behandlung mit Ackerschachtelhalm

Mais: Mindestanzahl an Maispflanzen, die für eine gute Befruchtung benötigt wird. Ich habe in den letzten zwei Jahren sehr gute Erfahrungen damit gemacht, in die 4 mittleren Quadrate im Beet jeweils 4 Maispflanzen zu setzen. Also 16 x Mais auf 60 x 60 cm. So empfehle ich es auch im Club den Teilnehmern bei der Anbauplanung.
Doch es kam immer wieder die Frage auf, geht es auch mit weniger, nur ein oder zwei Quadraten? Hier wollte ich Gewissheit und habe in diesem Jahr zwar die gewohnten vier Quadrate geplant, allerdings zwei davon um mehrere Wochen versetzt. Mais wird von den benachbarten Pflanzen über den Wind fremdbefruchtet. Wir brauchen also zeitgleich die männlichen und weiblichen Blüten. Reicht die Anzahl der von den männlichen Blüten verteilten Pollen nicht aus, um jede einzelne versteckte weibliche Blüte zu befruchten, dann sieht man am geernteten Maiskolben später viel „taube“ Körner oder er entwickelt sich gar nicht richtig. Acht Pflanzen, wenn auch dicht zusammen, sind nicht gut. Ich konnte nur 4 brauchbare Kolben ernten, zu erwarten wären 8-16 Stück.

Einsatz von Ackerschachtelhalm: Bislang habe ich empfohlen, pilzgefährdete Gemüsepflanzen vorbeugend mit verdünnten Ackerschachtelhalmextrakt zu spritzen. Dies sorgt für stärkere Zellwände und macht die Pflanzen so widerstandsfähiger gegen alle Pilzerkrankungen.
Neu für mich ist, dass Ackerschachtelhalmextrakt auch zur Behandlung bei bereits bestehenden Pilzbefall, wie z.B. Mehltau taugt. Ackerschachtelhalm wirkt fungizid. Allerdings müssen bereits kranken Pflanzen regelmäßig täglich tropfnass eingesprüht werden. Ich habe dies in einem Buch zur Selbstversorgung gelesen und kurz darauf berichtete mir eine Teilnehmerin im Club über ihren Erfolg bei der Rettung einer Gurkenpflanze, die durch falschen Mehltau fast alle Blätter verloren hatte.

Eine Nahaufnahme eines großen grünen Maisstängels mit einem Maiskolben, der noch in seiner Schale steckt und an der Spitze eine Quaste hat. Der Himmel ist klar und blau mit ein paar weißen Wolken. Um den Mais herum sind weitere Maisstängel und grüne Blattpflanzen. Die Szene ist sonnig und lebendig und lässt an einen gesunden Garten oder Bauernhof denken.

Erntereifer Maiskolben

Jeder „Faden“ gehört zu einem Maiskorn und muss befruchtet werden.

Ein Gurkenblatt, das mit weißem Mehltau bedeckt ist, hängt an einer Ranke. Das Blatt hat eine herzähnliche Form mit einem kleinen Loch und auffälligen Mittel- und Radialadern. Im Hintergrund sind weitere grüne Blätter, Ranken und ein mit Steinen und etwas Gras bedeckter Boden zu sehen.

Echter Mehltau

Dieses Gurken-Blatt ist von echtem Mehltau überzogen.

Eine Nahaufnahme eines großen grünen Blattes, an dessen Rand eine menschliche Hand hält. Das Blatt weist Anzeichen von Schäden auf, insbesondere an den Rändern und entlang der Blattadern, mit gelblichen und braunen Flecken. Das komplizierte Blattadermuster ist deutlich zu erkennen und die Blattoberfläche weist eine leicht raue Textur auf.

Falscher Mehltau

Die Rückseite vom Kürbis-Blatt zeigt erste Anzeichen von falschem Mehltau.

Mittelfinger – Das ist schiefgegangen oder hat mich geärgert:

🖕Das große Fressen von Schnecken und Raupen

Schnecken: Natürlich, das kann im Schneckenjahr 2024 auch nicht anders sein. Und meine stehen auf Salat, insbesondere in einem Beet, das nah an der Wildwuchswiese liegt. Nachdem ich den Bewuchs herum und alles Überhängende, das als Bücke genutzt werden könnte, entfernt habe, wurde der Beetrahmen rundherum mit „Schnexagon“ eingepinselt. Das Mittel besteht aus einem Naturölgemisch, und soll Schnecken das Herüberkriechen unmöglich machen. So präpariert, durften die angezogenen Salatpflänzchen ins Beet einziehen. Doch schon am nächsten Morgen zeigten sich Fraßspuren. Ich ging am nächsten Abend raus, konnte jedoch keinen Übeltäter entdecken. Doch die Pflanzen wurden immer weniger. Nun legte ich eine überreife Tomate zum Salat als Lockstoff und Ablenkung. Und tatsächlich: als ich jetzt abends um 10 mit der Taschenlampe herausschlich, ertappte ich sie in flagranti: Zwei kapitale Nacktschnecken und noch 5–10 kleine. Jetzt gehört die Schnecken-Patrouille zur Abendroutine, kurz bevor ich ins Bett gehe. Ich habe die Hoffnung auf Herbst-Salat noch nicht aufgegeben.

Raupen: Der Kohl ist in diesem Jahr bislang deutlich zu kurz gekommen und so möchte ich die frei werdenden Quadrate zum Herbst noch für etwas Brokkoli, Blumenkohl und Spitzkohl nutzen. Ende Juli in Töpfchen ausgesät und Anfang August pikiert, stehen sie jetzt in einer Multitopfplatte im Freiland und werden von fröhlichen Kohlweißlingen besucht. Eine weitere Routine ist jetzt also alle zwei Tage die Pflänzchen nach Raupen oder Eiern abzusuchen. Fürs nächste Jahr sollte ich mir eine Schutzhaube oder ähnliches zulegen.

Ein Gartenbeet mit dunkler, feuchter Erde, das mit Holzbrettern in Abschnitte unterteilt ist. Aus dem Boden wachsen verschiedene Blattgemüsearten, darunter hellgrüner und dunkelroter Salat. Die Pflanzen zeigen deutliche Spuren vom Schneckenfraß.

Schneckenfraß am Salat

Jeden Morgen sind weitere Pflanzen angefressen.

Eine Nahaufnahme der Hand einer Person, die ein kleines grünes Pflanzenblatt mit mehreren Löchern darin hält. Das Blatt weist Anzeichen von Schädlingsbefall auf. Im Hintergrund sind weitere Setzlinge mit ähnlichen Blättern zu sehen, die in dunkler Erde in einer Setzlingsschale gepflanzt sind.

Raupen vom Kleinen Kohlweißling

Die zwei Raupen hatten schon guten Appetit.

Ein großes grünes Blatt mit markanten Blattadern ist in Nahaufnahme zu sehen. Auf der rechten Seite des Blattes befindet sich eine Ansammlung kleiner, ovaler, gelber Eier. Im Hintergrund sind ein Grasfleck, eine verwitterte Steinplatte und einige kleine Kiesel zu sehen. Auf der linken Seite ist ein Stück Holzbrett zu sehen.

Eier vom großen Kohlweißling

So offensichtlich sind die Eier leider nicht immer.

Ringfinger – Das ist im September wichtig oder geplant:

💍 Aussaat Wintersalat, Planung und Blumenzwiebeln

Auch im September können noch einige Gemüse ausgesät werden. Bei mir werden es hauptsächlich Feldsalat und Spinat sein, die frei werdende Quadrate füllen. Und natürlich müssen die neu angezogenen Salate und die Kohlpflänzchen in die Beete. Ein oder zwei Quadratbeete sollen eine Winterhaube bekommen, um hier die Erntezeit für Salat zu verlängern.

Gerne möchte ich auch die Erweiterung des Gemüsegartens mit zusätzlichen Beeten planen, aber da am Haus einige größere Arbeiten stattfinden, wird das wohl bis Oktober/November warten müssen.

Blumenzwiebeln müssen aber auf jeden Fall noch etliche in den Boden, hauptsächlich Narzissen, denn die sollen die Wühlmäuse nicht mögen und Wühlmäuse haben wir reichlich. Und auch zwei-drei Kübel möchte ich in diesem Herbst mit Blumenzwiebeln in Schichttechnik bestücken, auf dass sie mich im Frühling erfreuen.

Kleiner Finger – Aussaaten und Kinderstube:

👶 Winterlauch, Möhren und Salatplatte

Im August konnten die angezogenen Winterlauch-Pflanzen endlich an ihren Platz im Beet gepflanzt werden. Sie mussten warten, bis die Möhren geerntet waren. Das werde ich im nächsten Jahr anders planen und für den 2. Satz Lauch einen früheren Platz im Beet vorsehen. Später anziehen wäre eine zweite Option, aber ich denke, sie brauchen die Zeit, um im Winter erntereif zu sein. In dem Zuge habe ich den letzten Sommerlauch geerntet (auch der hätte noch etwas zulegen können), um dort wiederum den 2. Satz Möhren zu säen. Ringelreihe im Beet.

Mitte August habe ich noch eine (Multitopf-)Platte mit verschiedenen Salatsorten ausgesät. Jetzt nach zwei Wochen sind es nette kleine Pflänzchen. Auch die Möhren sind inzwischen gekeimt und ich bin gespannt, ob ich sie schon im Winter ernten kann oder erst im Frühling.

Nahaufnahme von jungen grünen Pflanzen, die in einer Schale mit kleinen, runden Fächern wachsen, die mit Erde gefüllt sind. Die Blätter sind lang und schmal und ragen nach oben. Sonnenlicht beleuchtet die Pflanzen von oben links und wirft Schatten. Im Vordergrund ist teilweise ein Holzetikett sichtbar.

Jungpflanzen vom Winterlauch

Anfang Juni habe ich die Keimlinge pikiert, jetzt wird es höchste Zeit fürs Beet.

Ein schwarzer Saatkasten aus Kunststoff mit mehreren kleinen, mit Erde gefüllten Fächern in einem Gewächshaus. Oben auf dem Kasten sind mehrere Saatpakete ausgestellt, die auf verschiedene Pflanzenarten hinweisen, die angebaut werden sollen. Im Hintergrund sind die Maschenwand des Gewächshauses und etwas grüne Vegetation draußen zu sehen.

Aussaat Salatplatte

Sieben Sorten Salat habe ich Mitte August gesät.

Eine Nahaufnahme einer Saatschale aus Kunststoff, die kleine grüne Setzlinge in einzelnen quadratischen Zellen enthält, die mit Erde gefüllt sind. Die Setzlinge befinden sich in verschiedenen Stadien des frühen Wachstums und sprießen gleichmäßig über die Zellen verteilt. Die Erde erscheint feucht und gut belüftet, einige weiße Perlitpartikel sind sichtbar.

Salatkeimlinge

Diese Pflänzchen sind 14 Tage jung.

Wie war dein August?

Teile mit mir gerne deine 👍, 👆, 🖕oder deine Pläne für den September und schreibe mir einen Kommentar 👇.

Gartentagebuch Juni 2024

Gartentagebuch Juni 2024

Dieser Beitrag wird im Laufe des Juni stets erweitert und aktualisiert…

2. Juni 2024 – Tomatentöpfe für Paprika

Die überzähligen Paprikapflanzen, für die kein Platz im Quadratbeet ‘Chilli Chili’ eingeplant ist, sind heute in „Tomatentöpfe“ gezogen.

Beim Clubtreffen in der letzten Woche zeigte eine Teilnehmerin ihre in Töpfe gepflanzten Tomatenpflanzen. Sie hatte Tomatentöpfe mit Wassertank und Haltestab in der Mitte gekauft, die sehr praktisch aussehen. Für großwüchsige Tomatensorten halte ich den Topf mit nur 10 Liter Volumen für zu klein, aber für Paprika, Chili oder kleine Tomaten ist er sicher prima.

So machte ich mich auf und habe vier solcher Töpfe für die Paprikapflanzen erstanden. Gefüllt mit Mel’s Mix unter den ich etwas fermentierte Pflanzenkohle gemischt habe, stehen die Paprikatöpfe jetzt erstmal südlich vor dem Kräuterbeet. Ich überlege für die Töpfe Platz im Anzuchthäuschen zu schaffen, dort ist es einfach wärmer und die Paprika fühlen sich wohler.

Ernte: Pflücksalat (3l)

Höchste Temperatur: 16°
Niedrigste Temperatur: 12°

4. Juni 2024 – Gruseliger Spargel

Mein Göttergatte steht an der Terrassentür und lässt seinen Blick über den Garten schweifen, stutzt kurz und sinniert: „Der Spargel ist gruselig …“

Er spricht vom Wachstum.

Seit ich am 24. Mai die Ernte offiziell beendet und die Plane vom Beet entfernt habe, legen die Austriebe ein beeindruckendes Tempo an den Tag. Die ersten und längsten sind bereits 120 cm hoch – innerhalb von 11 Tagen. Pro Tag sind sie mehr als 10 cm gewachsen. Dem kann man also fast beim Wachsen zusehen. Vielleicht möchte er im nächsten Leben mal ein Riesenbambus werden und übt schon mal.

Meine aufkommenden Bedenken, ich könnte die Pflanzen durch die Ernte und nicht immer ganz gelungenes Abstechen geschwächt oder geschädigt haben, waren jedenfalls unbegründet. Da kommen immer mehr sehr kräftige, wuchsfreudige Triebe aus dem Beet und bald wird das Beet wieder wie wieder ein kleiner, feinlaubiger Wald dastehen.

Höchste Temperatur: 16°
Niedrigste Temperatur: 8°
Sonne: keine
Regen: leicht

5. Juni 2024 – Erdbeerturm

Letztes Jahr hatte ich beim ALDI im Angebot zwei Kartoffel-/Erdbeertürme gekauft. Das sind vier dreieckige Schalen, die versetzt übereinander gestapelt werden und in jeder Ecke wächst dann eine Kartoffel- bzw. Erdbeerpflanze. Kartoffeln hatte ich letztes Jahr darin und es war okay, so ein Kilo pro Schale, also ca. 4 Kilo pro Turm.

Im Herbst habe ich dann die beiden Türme mit Erdbeer-Jungpflanzen der Sorten ‘Korona’ und ‘Polka’ bestückt. Leider waren die im Versand gekauften Pflanzen nicht sehr kräftig und ich musste im Frühjahr einige Ausfälle beklagen. Die Überlebenden haben sich jetzt aber ganz gut entwickelt und die ersten Früchte werden reif.

Nahe der schwarzen Läuse an den Dicken Bohnen hat scheinbar ein Marienkäferchen seine Eier an einem Blatt der Haferwurzel abgelegt. Es sind 40–50 leuchtend gelbe Eier. Wieder etwas Spannendes zum Beobachten!

Ernte: Erdbeeren

Höchste Temperatur: 16°
Niedrigste Temperatur: 8°
Sonne: keine
Regen: leicht

6. Juni 2024 – Stickstoff-Düngung

Im Quadratbeet «Suppenkasper», das auch schon ein paar Schnecken für sich entdeckt hatten, gefällt mir das Wachstum nicht: Die Stangenbohnen sind blass, die Buschbohnen kommen nicht aus dem Pott, die Zwiebeln sind zierlich und der Kohlrabi und die Tomate könnten auch kräftiger dastehen.

Zeit für eine Flüssigdüngung.

Ich möchte jetzt, wo wir schon Juni haben, schnelle Ergebnisse sehen, am besten gestern. Brennnesseljauche, wenn zur Hand, oder organischer Flüssigdünger wären eine Möglichkeit, brauchen aber ein bis zwei Wochen für sichtbare Ergebnisse. Darum kommt jetzt einmal das harte Geschütz zum Einsatz: der „böse“ Mineraldünger. Sofort verfügbarer Stickstoff in Form von Ammoniumsulfat, in Wasser aufgelöst. Zur schnellen Hilfe, insbesondere, wenn eine organische Düngung nicht greift, ist der Einsatz für mich sinnvoll. Mit dem Aquamix ist die Lösung in schwacher Dosierung schnell verteilt. Auch die anderen Beete bekommen einen Schluck ab.

Höchste Temperatur: 21°
Niedrigste Temperatur: 5°
Sonne: den ganzen Tag
Regen: 0

7. Juni 2024 – Fotorundgang

8. Juni 2024 – Pikierter Lauch

Die Basilikum-Stecklinge stehen jetzt über drei Wochen im Glas und haben viele Wurzeln gebildet. Weil es hier gerade nachts noch so kalt war, konnte ich mich bislang nicht überwinden, die Südländer ins Beet zu pflanzen. Jetzt geht es mit den Temperaturen langsam aufwärts und ich wage es sie auszupflanzen. Im Quadratbeet «Salatbuffet» ist ein Quadrat zwischen den Gurken-Quadraten für Basilikum reserviert, denn dieses hilft den Mehltau abzuwehren. Außerdem kann man Basilikum prima zu Gurken und Tomaten mit ins Quadrat pflanzen. So bekommen diese auch bei mir Gesellschaft, bis alle Stecklinge gepflanzt sind.

Der Winterlauch scheint sich in seiner Anzuchtschale nicht mehr wohl zu fühlen, er hat etwas die Farbe verloren. Auch die Knollensellerie-Pflanzen, die ich Anfang Mai in eine 7-cm-Multitopf-Platte pikiert hatte, haben zugelegt und müssten dringend in Beet. Sie zeigen bereits einen Nährstoffmangel in Form von gelben Blättern an. Aktuell ist das Quadrat planmäßig noch mit Zuckererbsen belegt und die möchte ich natürlich erst noch ernten. Als Nothilfe kommen die Pflanzen jetzt nochmal in größere Töpfe von 9 und 13 cm und ich hoffe, sie halten so gut durch.

Den Lauch pikiere ich sogleich einzeln in die eben frei gewordenen 7 cm Töpfchen der Multitopfplatte. Später, als Nachfolger von den Möhren, kommt in zwei Quadrate der Winterlauch. Ich benötige dann 18 Lauchpflanzen und pikiere jetzt 20 Pflänzchen, so habe ich einen kleinen Puffer.

Dann stehen hier drinnen noch meine Süßkartoffel-Hälften in zwei Gläsern. Die haben erst so spät ausgetrieben, dass ich dann doch eine gekaufte Pflanze ins Quadrat gepflanzt habe. Was mache ich jetzt nur damit? Nun begleiten sie mich schon seit Februar, jetzt pflanze ich sie auch ein. In zwei 5-Liter-Pflanzsäcke. Um die Triebe einzupflanzen, habe ich die Kartoffel drumherum weggeschnitten und nur ein kleines Stückchen drangelassen. Ich wollte sie nicht, wie bei normalen Kartoffeln komplett einpflanzen, da ich hier Angst habe, dass es fault. Jetzt hoffe ich, dass sich in der Erde Wurzeln bilden und noch eine Pflanze daraus wird.

Die Süßkartoffeln kommen mit ins Anzuchthäuschen und ich freue mich hier über die ersten Blüten an den überwinterten Chili-Pflanzen, sie haben sich wieder richtig toll entwickelt.

Höchste Temperatur: 22°
Niedrigste Temperatur: 8°
Sonne: den ganzen Tag
Regen: 0

9. Juni 2024 – Mini-Bienen

Beim Anblick des Blühstreifen mit Kräutern und wilden Blumen kommt bei mir richtig Freude auf. Aktuell blühen noch die Margeriten, Leinkraut, Lichtnelke, Baldrian und Katzenminze, aber bald wird sich der Anblick wieder wandeln und die Kugeldisteln bekommen ihren großen Auftritt und erfreuen die Hummeln. Erstmalig entdecke ich dieses Jahr um diese Zeit viele kleine Bienen an den Nisthilfen aus gebohrten Thermoholz-Pfosten. Die Flugzeit der Mauerbienen ist bereits vorbei und von ihrer Anwesenheit zeugen nur noch die mit Lehm verschlossenen Nistgänge der nächsten Generation. Die „neuen“ Bienen sind viiiiel kleiner, maximal halb so groß, vielleicht 5 mm lang, sehen aber aus wie richtige Bienen. Bestimmt werde ich ihr Identität noch aufdecken, jetzt bin ich erstmal happy, dass sie da sind.

Im Quadratbeet «Salatbuffet» ist der Römersalat gut gewachsen, der erste Kopf kann geerntet werden. Dazu wird noch ein 3-Liter-Zipperbeutel mit Pflücksalat als Mitbringsel gefüllt.

Ernte: 1 Kopf Römersalat, Pflücksalat (3l)

Höchste Temperatur: 20°
Niedrigste Temperatur: 7°
Sonne: den ganzen Tag
Regen: 0

10. Juni 2024 – Herbsthimbeeren im Juni

Da habe ich es doch glatt etwas verbummelt, die zweite Runde Zuckermais auszusäen. Die ersten acht wachsen schon eine Weile in zwei Quadraten und es wird höchste Zeit, die nächsten acht zu säen, damit die Kolben auch vor dem Herbst erntereif sind. Im gleichen Beet blüht inzwischen der Rucola und Asia-Salat, sodass in Quadrate für die Hauptkultur Buschbohnen ‘Kidney’ freigemacht werden können.

In diesem Jahr mache ich gute Erfahrungen mit dem Vorkeimen. Ich bin zwar kein Kontrollfreak, aber es hat schon seine Vorteile direkt zu sehen, welche Samen keimen. So braucht es nur einen Keimling pro Pflanzstelle und nach nur wenigen Tagen sind die Pflänzchen zu sehen. Ideal für ungeduldige Gärtnerinnen und man spart sich gleich noch das spätere Ausdünnen/Vereinzeln. Die großen Samen von Zuckermais und Bohnen weiche ich vorher noch in Wasser mit einem Schuss EM ein. Beim Vorkeimen neigen die Samen zum Verpilzen bzw. Schimmelbildung und ich hoffe dem mit Effektiven Mikroorganismen im Wasser entgegenzuwirken.

Die Nachsaat von Petersilienwurzeln ist nötig, weil die Feinschmeckerschnecke, bevor ich sie erfolgreich aus dem Beet verbannt habe, mir bis auf einen alle jungen Pflänzchen weggefuttert hat. Um die Keimung zu beschleunigen, kommen auch diese Samen in eine Box zum Vorkeimen.

Jenseits der Quadratbeete leuchten die ersten rote Himbeeren verführerisch. Es sind Herbsthimbeeren, von denen ich im Herbst pro Meter zwei der abgetragenen Ruten stehen lasse. Diese blühen schon im Frühjahr an Seitentrieben und die Ernte beginnt schon im Juni. Sobald die alten Ruten das zweite Mal abgeerntet sind müssen sie aber gleich bodennah abgeschnitten werden, denn die neue Austriebe brauchen jetzt allen Platz. Darum dürfen auch nur wenige der alten stehenbleiben, sonst ist kein Platz für den Neuaustrieb.

Höchste Temperatur: 15°
Niedrigste Temperatur: 7°
Sonne: meist bedeckt
Regen: Schauer ab Nachmittag, 4,4mm

16. Juni 2024 – Gartensonntag

Heute, am Sonntag, ging es endlich wieder in den Garten. Das Wetter ist ideal, ohne den Wind wäre es noch schöner gewesen … Nach sechs Tagen wird es auch höchste Zeit, die Keimlinge von Mais, Bohnen und Co. ins Quadrat zu setzen.

Die Zuckermais-Samen haben schon lange Wurzeln und einen kleinen grünen Spross gebildet. Und fast alle sind gekeimt. Vorsichtig nehme ich sie heraus, mache mit dem Pflanzholz ein tiefes Loch und setze den Keimling so hinein, dass die Wurzel nach unten zeigt und oben noch eine Winzigkeit des Triebs hervorguckt. Dann gut wässern, sodass die Erde um die junge Wurzel gespült wird.

Dagegen ist die Ausbeute vom Keimlingen bei den Kidney-Bohnen sehr bescheiden. Von 22 Samen sind nur 13 (60 %) gekeimt, das reicht nicht für die vorgesehenen zwei Quadrate. Auf den „tauben“ Samen hat sich auch Schimmel gebildet. EM zur Vorbeugung hat da also nichts gebracht. Nun ja, dann keime ich noch zusätzliche an, damit das Quadrat am Ende vollständig ist. Diese Keimlinge kommen auf jeden Fall schon mal ins Beet. Flach gelegt und gut gewässert.

Als Drittes dürfen noch die angekeimten Petersilienwurzel-Samen in die Erde.

Es folgt ein prüfender Blick auf alle Beete: Das Quadratbeet «Suppenkasper» macht sich nach zweimaliger Stickstoff-Düngung jetzt gut. Die Kohlrabi beginnen kleine Knollen zu bilden, die Stangenbohnen wollen hoch hinaus, die Wildtomate legt zu und an den Zwerg-Ringelblumen sind die ersten Blütenknospen zu sehen.

Im «Feinschmecker»-Beet freue ich mich über die buntblühenden Zuckerschoten! Schon bald können hier die leckeren Schoten geerntet werden.

Von der Tomate ‘Märchenglanz’ bin ich ganz verzaubert. Schon vier Rispen hängen voller dunkler, fast schwarzer, runder Früchte, die in der Sonne zu funkeln scheinen. Ich bin so gespannt auf den Geschmack dieser als „herbe Tomate“ beschriebenen Sorte. Optisch ist sie schon mal ein echtes Highlight im Beet.

Und die Marienkäfer-Larven sind geschlüpft! Noch sitzen sie alle dicht gedrängt auf den Eihüllen, doch schon bald werden sie zum großen Blattlaus-Fressen aufbrechen.

Auf der Ecke im Quadratbeet «Salatbuffet» senkt die Tomate ‘Himbeerrose’ ihre üppig mit kleinen Früchten behangenen Triebe. Ich hoffe, das Beet ist hoch genug für diese Sorte. Idealerweise wächst sie herunterhängend in einer Blumenampel.

Die gerade gepflückten Himbeeren und Erdbeeren naschen mein Göttergatte und ich gleich sitzend inmitten der Quadratbeete weg. Begleitet von einem Konzert des Amselmännchens, das im Spargelbeet fröhlich vor sich hin zwitscherte. Glücksmomente.

Aussaat/Pflanzung: Zuckermais, Buschbohnen, Petersilienwurzeln
Ernte: Himbeeren und Erdbeeren

Höchste Temperatur: 22°
Niedrigste Temperatur: 13°
Sonne: meistens, am Abend Schauer
Regen: 1,5 mm

19. Juni 2024 – Nicht ausgeizen!?

Die kleinen, schwarzen Larven, die einmal Marienkäfer werden möchten, sind jetzt auf der Jagd nach Blattläusen an den Dicken Bohnen. Vom Gelege sind nur noch ein paar Reste der Eihüllen zurückgeblieben. Noch sind sie winzig und schwer zu entdecken, aber in den nächsten drei Wochen wachsen sie bis zu einer Länge von 10 mm heran, bevor sie sich verpuppen.

Für die Puffbohnen kommt diese Hilfe etwas spät. Meine Befürchtung wegen des starken Befall mit Bohnenläusen gar keine Schoten ernten zu können, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Die hohen Sorten ‚Hangdown‘ und ‚Aquadulce‘ haben zwar tatsächlich nur sehr wenige ausbilden können, doch an der Zwergsorte ‚The Suttons Dwarf‘ ist doch eine erquickliche Anzahl. Ich ernte die beiden Quadrate mit den hohen Sorten ab und pflücke auch von den Zwergen noch einige Schoten, die mir erntereif scheinen. Knapp 500 g bekomme ich zusammen. Die Ausbeute an Kernen ist natürlich viel geringer, das liegt in der Natur der Sache. Die Kerne der Dicken Bohnen liegen gut geschützt und in Watte gepackt im Inneren. Aus den knapp 150 g werden, gekocht und aus der Hülle gedrückt, ein leckerer Brotaufstrich.

Die ersten Zuckerschoten hängen jetzt auch an den Erbsen, die ersten werden gleich roh am Beet weggeknabbert. Bald lohnt sich auch hier die Ernte.

Während die Paprikapflanzen unter dem nasskalten Wetter im Freiland sichtlich leiden, zeigen sich die Tomaten erfreulich unbeeindruckt. Sie sind die letzten Wochen kräftig gewachsen und viele grüne Früchte versprechen eine reiche Tomatenernte.

Dieses Jahr teste ich die Nicht-ausgeizen-Philosophie. Beim Ausgeizen werden die aus den Blattachsen wachsenden Seitentriebe ausgebrochen, sodass nur ein Haupttrieb bleibt, an dem dann die Rispen mit den Früchten reifen.

Ich liebe ja die pflegeleichten Wildtomaten und die werden generell nicht ausgegeizt. Sie verzweigen sich und wachsen mit vielen gleichberechtigten Trieben, die alle fruchten. Zuviel dran rumgeschnippele mögen sie gar nicht, am besten man lässt sie einfach wachsen wie sie wollen.

Auch die buschig wachsenden Zwergsorten (Dwarfs und Mikro-Dwarfs) werden nicht ausgegeizt. Bei ihnen ist das Wachstum genetisch begrenzt und sie wachsen eben buschig.

Bleiben also noch die klassischen Stabtomaten, wie sie in vielen Gewächshäusern wachsen. Bei mir stehen einige in 30-Liter-Pflanztaschen vor der Hauswand. Und auch diese werden in diesem Jahr nicht ausgegeizt. Wenn das Gestrüpp irgendwann Überhand nimmt, dann werde ich wohl auslichten müssen, damit ich noch an die Früchte komme. Oft lautet das Argument fürs Ausgeizen, wie auch für das Entfernen von Blättern, dass dann die ganze Kraft in die Früchte geht (statt in die Nebentriebe und Blätter). Woher soll denn diese „Kraft“ bitte kommen? Aus dem Boden und den Wurzeln? Wohl kaum. Auch wenn ich in der 5. Klasse in Biologie nicht die Riesenleuchte war, so ist doch das Wissen über Photosynthese nicht ganz an mir vorbeigegangen. Und Photosynthese braucht Blattgrün, also Blätter. Viele Blätter, viel Energie, viele Früchte – so mein Gedanke.

Der Hauptgrund des diesjährigen Verzichts auf die Entfernung der Seitentriebe liegt allerdings beim Wetter. Genauer: dem vielen Regen. Jedes Ausbrechen eines Triebes verursacht eine Verletzung der Pflanze und ermöglicht Schaderregern, wie Pilzen und Bakterien, ein leichtes Eindringen. Will man bei eh schon nasskaltem Wetter nicht haben. Und natürlich fruchten auch bei Stabtomaten die Seitentriebe. Insgesamt erwartete ich kleinere, aber dafür mehr Früchte. Hauptsache, ich komme im grünen Gewirr auch an die Tomaten heran. Für die Ernte ist es natürlich mit nur einem Trieb deutlich bequemer und im Gewächshaus würde ich wegen der geringeren Luftbewegung und deshalb nötigen luftigeren Aufbau der Pflanzen auch ausgeizen.

Ernte: Puffbohnen, Pflücksalat, Mizuna, Kopfsalat ‚Baquieu‘

Höchste Temperatur: 22°
Niedrigste Temperatur: 11°

20. Juni 2024 – Erste Frühkartoffeln

Es ist wieder passiert. Die (gekauften) Kartoffeln reichten nicht mehr für eine ganze Mahlzeit. Gut, wenn schon Reserve im Garten unter der Erde schlummern.

Anfang April kamen die Frühkartoffeln ‚Annabelle‘ in die Erde. Je eine in zwei in Quadrate im Beet «Chilli Chili» und die restlichen sechs Kartoffeln in drei Pflanzsäcke mit 30 Liter Volumen. Mit 90 bis 110 Reifetagen gilt ‚Annabelle‘ als sehr frühe Sorte und soll hier die ersten leckeren Knollen liefern, bevor die ‚Linda‘ im Kartoffelbeet geerntet werden kann. Ich habe sie für eine ganz frühe Ernte in 9-cm-Töpfen angetrieben.

Annabelle liegt jetzt seit 80 Tagen unter der Erde, etwas früh für die Ernte, aber durch das Vorkeimen hat sie einen Vorsprung. Ich wage also ein Tasten unter der Erde – in einem der Pflanzsäcke. Und tatsächlich gibt es schon was Greifbares. Für Mittagessen heute reichen mir 10 Karföffelchen völlig und so fülle ich die Erde wieder an und lasse die Pflanzen noch etwas weiterwachsen.

Das Tolle bei den Frühkartoffeln so frisch auch dem Beet ist, dass man sie gar nicht zu schälen braucht. Die Schale ist hauchdünn und lässt sich unter Wasser mit einer Gemüsebürste einfach etwas abstreifen. Superlecker! Wobei ich die ‚Linda‘ geschmacklich runder finde. Aber die kommt ja später auch noch dran …

21. Juni 2024 – Rüssleralarm

Vor vier Tagen habe ich die Samen vom Pflücksalat ‚Strubelpeter‘ und Gurke ‚Tanja‘ zum Vorkeimen in eine Box gelegt. Vom Pflücksalat sind alle Samen gekeimt und bilden schon die Keimblätter, höchste Zeit für den Umzug ins Beet. Die Gurkensamen waren noch von 2016, kein einziger Samen ist bislang gekeimt, die kann ich wohl getrost entsorgen.

Beim Setzen der Keimlinge ins Quadratbeet «Salatbuffet» entdecke ich, dass die ersten Früchte an der Tomate ‚Himbeerrose‘ Farbe zu zeigen. Es gibt also bald die ersten Tomaten 2024 aus eigener Ernte. Juhu!

Im Quadratbeet «Chilli Chili» sind die Keimlinge vom Zuckermais jetzt einige Zentimeter hoch und auch die Kidneybohnen zeigen ihre Blätter. Leider etwas angeknabbert. Bohnenkeimlinge stehen bei den Schnecken auf der Lieblingsspeisekarte. Eine kleine Ernte gibt es im «Feinschmecker»-Beet: die ersten Zuckerschoten.

Im Beet «Feinschmecker» ist das Wachstum jetzt eine wahre Pracht. Alles hat kräftig zugelegt und die Zwerg-Ringelblumen beginnen wunderhübsch zu blühen. Doch was ist das? Was krabbelt denn da auf dem Kohlrabiblatt? Sechs Beine und einen Rüssel. Natürlich, es ist Ende Juni, die Rüsselkäfer sind wieder da. Nach der Invasion der Rüsselkäfer im letzten Jahr, hatte ich mir vorgenommen, schon vorsorglich die Kohlpflanzen mit verdünnter Neem-Öl-Lösung zu gießen. Gut, vorsorgen habe ich wohl verpasst, jetzt gilt es das Schlimmste zu verhindern. Bislang sind nur ein paar wenige Käfer zu sehen, aber das kann sich schnell ändern.

23. Juni 2024 – Abwehrmaßnahmen

Da wir gestern in familiärer Mission unterwegs waren und komme ich erst heute dazu eine Neemöl-Lösung anzumischen, um den Rüsselkäfern an den Kohlgewächsen den Gar auszumachen. Viele Mitglieder der Kohlfamilie stehen noch nicht in den Beeten. Neben den Kohlrabi-Pflanzen nur ein Brokkoli, Palmkohl, Asia-Salat und die Radieschen. Erschreckend, was die kleinen Saftsauger schon angerichtet haben! Die Blätter der Radieschen sehen aus wie ein Schweizer Käse, ebenso der Mizuna. Mittwoch hatte ich noch ein Foto der sehr hübschen roten Varietät für meine Clubmitglieder in unserer WhatsApp-Gruppe gepostet, heute ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Vorbei die Schönheit, durchlöchert und auch noch von Schnecken angenagt steht er da.

Überhaupt sind mir die Schnecken jetzt doch zu lästig in den Beeten. Hier ein Buschbohnenkeimling, dort ein junger Salat … und die jungen Pflänzchen vom Schwarzkümmel scheinen besonders gemundet zu haben. Vom Kupferklebeband habe ich noch einiges über und so klebe ich dies nun auch rund um die restlichen drei Quadratbeete. Das Beet «Suppenkasper» bekam ja bereits seinen Kupferklebeschutz. Leider reicht das Band nicht ganz und so muss die vordere Kante vom 80 cm Beet frei zugänglich bleiben. Ich denke aber, dass von dort eh keine hochkommen. Sie kommen eher aus der Wiese.

Im Zuge dessen müssen noch die vier Pflanzsäcke mit verschiedenen Sorten Minze den Platz vor dem «Chilli Chili»-Beet räumen. Zwischen Beetrahmen und Säcken, sowie darunter hatten es sich etliche Schnecken bequem eingerichtet und den kurzen Weg ins Beet zum Snacken genutzt.

Für die 5 Quadrate mit Kohlgewächsen setze ich fünf Liter Neemöl-Lösung an. Es gibt das Neemöl mit Emulgator fertig zu kaufen und ich gebe 50 ml davon in die Gießkanne. Ein Teil der Lösung kommt in eine Sprühflasche und alle Blätter der betroffenen Pflanzen werden satt benässt. Der Rest wird in den Wurzelraum gegossen. Die Pflanzen nehmen den Wirkstoff in ihren Pflanzensaft auf und Insekten, die daran saugen oder knabbern bekommt dies ganz und gar nicht. Letztes Jahr hat der Eintritt der Wirkung eine gute Woche gedauert. Geduld ist gefragt.

26. Juni 2024 – Verheißungen

In den letzten Jahren war für mich immer die schönste Zeit im Gartenjahr der Frühling zu der Zeit, wenn alles was gesät wurde, seine grünen Spitzen aus der Erde reckt. Es macht endlich wieder Spaß, die Zeit im Garten zu verbringen, die Tage werden wärmer, die Zwiebelblumen blühen und wir stehen in den Startlöchern für die neue Gartensaison. Durch das wechselhafte, oft kalte und regnerische Wetter hat mich das Pure-Freude-Gefühl diesen Frühling nicht gepackt. Und nicht nur ich wollte in diesem Frühling nicht so, auch die Quadratbeete kamen nicht so richtig in die Gänge. Ein ungewohnt kümmerlicher Anblick, das Wachstum stockend.

Doch wie ich jetzt Ende Juni auf die Beete blicke, ist das grüne Glück wieder voll da und der nasskalte, holperige Start fast vergessen. Boom! Man kann dem Wachstum regelrecht zuschauen und die Zeit, in der jeden Tag ein neues Gemüse erntereif auf den Teller wandert, ist zum Greifen nah. Die ersten Tomaten nehmen Farbe, die Erbsen hängen voller Schoten, der Mangold treibt kräftige, bunte Blätter, die Kohlrabi schwellen und auch die Buschbohnen zeigen die ersten weißen Blüten. Schon bald bestimmt der Garten, was morgen auf den Tisch kommt, denn frisch geerntet ist alles am leckersten.

Morgen freue ich mich auf jeden Fall schon mal auf Zuckererbsensalat. Diesen Salat gibt es bei immer, sobald die Ernte richtig produktiv wird.

Gartentagebuch Mai 2024

Gartentagebuch Mai 2024

01. Mai 2024 – Größenvergleich

Jedes Jahr neue Experimente. Wir Hobbygärtner sind ja ein neugieriges Völkchen und auch nach vielen Jahren werden immer wieder Dinge neu oder anders gemacht, um das Ergebnis, also die Ernte, zu optimieren oder sich den Weg dahin zu erleichtern. In der letzten Saison habe ich die sehr frühe Aussaat von Paprika (Ende Dezember) getestet und war nicht überzeugt. Dieses Jahr kommt der Vergleich der Aussaattermine Anfang und Ende Februar.

Die ersten Chili und Paprika habe ich am 08. Februar 2024 ausgesät. Von den Keimlingen wurde je eine Chili ‘Jalapeno’ und Paprika ‘Yolo Wonder’ in 9-cm-Rechtecktöpfe gesetzt. Sie kamen mit zeitweiser blauer LED-Zusatzbeleuchtung auf die Fensterbank im Wohnzimmer.

Der zweite Satz Paprika mit den Sorten ‘Yolo Wonder’ (zum direkten Vergleich) ‘Red Wonder’ und ‘Orange Bell’ folgten am 26. Februar, also 18 Tage später. Der Vergleich ist allerdings nicht so recht geglückt. Aus mit unerklärlichen Gründen sind die später ausgesäten Paprika von Beginn an in der Anzucht zurückgeblieben. Drei Wochen nach der Aussaat kam beim ersten Satz bereits das zweite echte Blattpaar (nach den Keimblättern) während der zweite Satz gerade mal zögerlich das erste ausbildete. Und so zog sich das weiter …

Jetzt am 1. Mai ist der Unterschied gigantisch! Das lässt sich definitiv nicht mit einem Zeitvorsprung von drei Wochen erklären. Wobei sich die Pflanzen des zweiten Satzes inzwischen auch zu gesunden, kräftigen Pflänzchen entwickelt haben. Nur halt viel kleiner. Interessant wird die später dann die Anzahl und Qualität der Früchte.

Etwas ungeplant gab es ein ähnliches Experiment bei den Tomaten. Ich hatte mir 10 Tomatensorten für den Anbau 2024 ausgesucht. Eine Mischung aus kleinen Micro Dwarfs, Buschtomate, Stabtomate und Wildtomate. Ausgesät wurde am 6. März 2024, am 19. März zogen die Kleinen bereits in einzelne Töpfe um – je 1 Pflanze pro Sorte.

Dann kam mir die Idee, dass ich gerne noch Soßen-Sorten testen wollte. Ich bin ja nicht die Einmacherin, aber selbstgekochte Tomatensuppe und -soße aus eigenen Tomaten ist schon sehr, sehr lecker. Üblicherweise wandern einfach die in den Topf, die man frisch einfach nicht mehr zu essen schafft. Es gibt aber auch Sorten, die erst beim Kochen richtig gewinnen oder einfach weniger Glibber haben, sodass die Soße schön sämig wird. Also noch schnell ein paar als besonders soßentauglich ausgelobte Sorten bestellt und schnell ausgesät – am 27. März.

Bei den Tomaten gab es zumindest keine Überraschung bei der Entwicklungsgeschwindigkeit. Der erste Satz von Anfang März wäre auch schon bereit zum Auspflanzen, darf aber noch etwas im Anzuchthäuschen bleiben, dass die Wetteraussichten niedrige Temperaturen ankündigen. Der zweite Satz von Ende März bekommt gerade das 3. echte Blattpaar und hat also noch gut Zeit, bis es Ihnen in den Töpfen zu eng wird.

Höchste Temperatur: 23°
Niedrigste Temperatur: 12°

02. Mai 2024 – Luzis dritte Runde

Meine beiden Töpfe mit Chili ‘Lila Luzi’ habe ich bereits im letzten Jahr überwintert und da dies so wunderbar geklappt hat, wanderte die Töpfe, nach Rückschnitt, auch zu Beginn des letzen Winters wieder an das helle Westfenster im ungeheizten Raum. Dort hielten sie mit weitgehend trockener Erde Winterschlaf. Vor ein paar Wochen bekamen sie dann wieder Wasser und der Austrieb hat begonnen. Heute habe ich die abgestorbenen Zweige entfernt und jetzt ist es auch im Anzuchthäuschen warm genug, dass sie dort wieder einziehen können. Zum Abschluss der Frühlings-Wellnesskur gibt es jetzt noch einen Schluck Flüssigdüngung. So kann der dritte Sommer kommen.

Höchste Temperatur: 23°
Niedrigste Temperatur: 12°

04. Mai 2024 – Mais, Sellerie und Erbsen

Die Samenkörner vom Zuckermais ‘True Sweet Gold’ und Zuckererbsen ‘Graue Buntblühende’ hatte ich eingeweicht und zwischen angefeuchtetem Küchenpapier in einer Box vorkeimen lassen. Jetzt sind sie bereit, in die Erde zu wandern.

Für den Zuckermais erscheint es mit draußen im Beet noch etwas zu kalt die Tage, darum lege ich die angekeimten Samen in 7-cm-Töpfchen einer Multitopfplatte. Die Zuckererbsen dürfen direkt in ihr Quadrat einziehen.

Die Anzuchten von Knollen- und Schnittsellerie sind ihren Schälchen inzwischen entwachsen, besonders die Schnittsellerie ist schon sehr weit. Sie pflanze ich direkt ins Quadrat, während die Knollensellerie zum Mais in die Multitopfplatte pikiert werden.

Wo ich schon mal beim Säen bin, schaue ich im Quadratbeet «Feinschmecker» wo etwas nachgesät werden muss (Schwarz- und Haferwurzeln, Pastinaken) und säe auch gleich noch Gewürztagetes ins Quadrat.

An den Dicken Bohnen haben sich einige schwarze Läuse eingefunden, die von emsigen Ameisen beschützt werden. Ameisen halten sich die Läuse sozusagen als „Zuckerkühe“, die sie melken. Durch den Schutz der Ameisen sind die schwarzen Bohnenläuse für die Fraßfeinde Marienkäfer, Florfliegenlarve und Co. nicht so leicht zugänglich und stellen so eher ein Problem dar als die grünen. Bei den wenigen Läusen bin ich allerdings noch entspannt und warte erstmal ab.

Und dann ist heute noch die erste meiner am 29. April ausgesäten Gurken geschlüpft.

Aussaat/Pflanzung: Zuckermais, Zuckererbsen, Schnitt- und Knollensellerie, Tagetes, Nachsaaten Schwarzwurzel, Haferwurzel, Pastinaken, Winterlauch
Ernte: Spargel

Höchste Temperatur: 17°
Niedrigste Temperatur: 9°

05. Mai 2024 – Komposttee brauen

Wieder ein neues Experiment: Heute habe ich das erste Mal Komposttee angesetzt.

Beim Komposttee werden die aeroben Mikroorganismen im Kompost gezielt vermehrt, um mit dieser Lösung die Aktivität das Bodenleben im Beet anzuregen.

Meist ist das Problem bei Nährstoffmangel im Quadratbeet nicht, dass die Nährstoffe nicht da sind. Wir haben schließlich 1/3 reinen Kompost im Beet, da sollte genug für die Pflanzen bei rumkommen. Tut es aber oft nicht, weil die Nährstoffe nicht in pflanzenverfügbarer Form vorliegen. Um an die Nährstoffe heranzukommen, benötigen unsere Pflanzen die Hilfe von unzähligen kleinen Tierchen, Pilzen und Bakterien. Und diese kann man mit Komposttee in Schwung bringen.

Der Kompost muss von wirklich hervorragender Qualität und sehr reich an Mikroorganismen sein. Ich habe darum Wurmkompost verwendet.

Der Versuchsaufbau ist wie folgt: In einen 20-Liter-Eimer aus lebensmittelechtem Kunststoff (mit Deckel) kommen 10 Liter Wasser (am besten destilliertes oder Osmosewasser, ich habe mangels dessen abgekochtes Leitungswasser verwendet), 1 Liter Wurmkompost, 2 EL feingemahlenes Urgesteinsmehl und 10 g Zuckerrübensirup als Futter für die Mikros.

Das Wasser wird auf kuschelige 25 Grad temperiert und mit einem Aquarienheizstab auf dieser Temperatur gehalten. Die Mischung wird mit einer Aquarienluftpumpe und zwei Ausströmsteinen für 24 bis 36 Stunden gut durchlüftet. Das ganze muss also richtig schön blubbern. Dass die Vermehrung der Mikroorganismen funktioniert, sieht man an der Schaumbildung, die bei mir nach 24 Stunden eingesetzt hat. Sicherheitshalber steht der Eimer in einer Wanne, falls etwas überläuft.

Höchste Temperatur: 14°
Niedrigste Temperatur: 7°

06. Mai 2024 – Komposttee gießen

Mein Komposttee, der seit gestern Vormittag vor sich hin blubbert, ist nun fertig. Ich verteile ihn pur über die vier Hauptbeete, wofür ich die Gießkanne mit feiner Messigbrause nutze und den Komposttee vorher durch ein Leinentuch filtere. Den Rückstand verteile ich noch in den Beeten, man soll ja nichts umkommen lassen. Ich bin gespannt, ob ich einen Wachstums-Effekt merke …

Alle Materialien für die Kompostteezubereitung, also Eimer, Sprudelsteine, Heizer müssen danach penibel mit klarem Wasser gereinigt werden. Es dürfen keine Bakterien ect. zurückbleiben, dies würde den nächsten Ansatz verderben. Ich habe darum einen weißen Eimer gewählt, um Rückstände gut zu erkennen.

Ernte: Rucola

Höchste Temperatur: 19°
Niedrigste Temperatur: 7°

07. Mai 2024 – Fotorundgang

Höchste Temperatur: 16°
Niedrigste Temperatur: 9°

08. Mai 2024 – Möhren-Anzucht

Ich freue mich, dass sich die Tomatenpflanzen im Anzuchthäuschen sichtlich wohlfühlen und beginnen zu blühen. Sogar mein Sorgenkind „Brad“ scheint sich zu erholen.

Für die Wildtomate ‘Humboldtii’ geht es heute auch schon direkt ins Quadratbeet «Suppenkasper». Als Gründüngung stand dort bis dato Gelbsenf, den ich jetzt bodennah abgeschnitten und als Mulch um die frisch gepflanzte Tomate gelegt habe. Und unten ins Pflanzloch gab es eine Portion fermentierte Pflanzenkohle.

Zeit für noch ein kleines Experiment: Eine Quadratgärtnerin berichtete im Club von einer Methode, um Möhren als Keimlinge ins Beet zu pflanzen. Wie alle Wurzelgemüse sollten Möhren direkt ins Beet gesät werden, weil sie sonst keine schönen geraden Wurzeln bilden – durch Umpflanzen werden sie schnell „beinig“.

Nun haben Möhren normalerweise eine lange Keimzeit und die Erfolgsquote bei Direktsaat war bislang in ihrem Beet unbefriedigend. Ich kann mich da nicht beklagen, säe aber auch immer 3–4 Körner und dünne dann aus. Zufällig stieß sie in einem YouTube-Video auf eine Möglichkeit, Möhren innerhalb von wenigen Tagen vorzuziehen. Lege sie zum Keimen zwischen zwei Lagen feuchtes Tuch (oder Küchenpapier) und sie keimen bei warmer Zimmertemperatur (20-22 Grad) tatsächlich innerhalb von 3–4 Tagen. Diese Samen „mit Schwänzchen“ legst du vorsichtig in mit Substrat gefüllte Eierkartons, ein Sämling pro Eimulde. Sobald sich einige Tage später hier die grünen Keimblättchen zeigen, kommen sie samt Eierkarton ins Beet. Damit die Keimwurzel dort direkt ungehindert den Weg in die Erde findet, sollte am Boden der Eierkartons Löcher ausgeschnitten werden (bevor die Samen hineinkommen).

Bei meiner ersten Möhrensaat in diesem Jahr im Quadratbeet «Salatbuffet» sind in diesem Jahr tatsächlich einige Ausfälle zu beklagen, nur 6 von den 16 Plätzen sind belegt. Meiner Erfahrung nach ist eine Nachsaat nur dann von Erfolg gekrönt, wenn sie sehr zeitnah zur Hauptsaat erfolgt. Also stets wachsam kontrollieren, ob tatsächlich an alle Saatstellen Pflänzchen aufkeimen. Die Pflanzung von Möhren scheint mir jetzt erfolgversprechender.

Aussaat: Möhren zum Ankeimen
Pflanzung: Tomate ‘Humboldtii’ (SK2)
Ernte: Babyspinat (200 g)

Höchste Temperatur: 18°
Niedrigste Temperatur: 6°

09. Mai 2024 – Tomaten-Pflanzung

Heute eine kurze Garteneinheit: Die erstgesäten Tomaten sind inzwischen so groß, dass sie dringend aus den beengten Verhältnissen ihres 13-cm-Topfes raussollten. In den vier Quadratbeeten habe ich in diesem Jahr nur 3 Pflanzen eingeplant, die restlichen sechs Pflanzen kommen, wie schon letztes Jahr, in Pflanzsäcken vor die Hauswand. Die Micro-Dwarf (Balkontomate) ‘Fat Frog’ pflanze ich in einen 20-Liter-Sack, für die Stabtomaten sind größere mit 30-Litern besser.

Auch für die Bohnenaussaat wird es langsam Zeit. Je 10 Samen der Stangenbohnen ‘Brunhilde’ und ‘Kaiser Friedrich’ sowie 12 Samen der Buschbohne ‘Cupidon’ habe ich in Wasser eingeweicht und jetzt zwischen feuchtem Küchenpapier in eine Box zum Keimen gelegt.

Aussaat: Buschbohnen und Stangenbohnen zum Vorkeimen
Pflanzung: Tomaten in Säcke

Höchste Temperatur: 19°
Niedrigste Temperatur: 6°

12. Mai 2024 – Paprika topfen

Nachdem (fast) alle Tomaten jetzt an ihren endgültigen Platz ausgepflanzt sind, stelle sich die Frage „Was ist mit den Paprika?“. Die am 8. Februar gesäte Paprika und Chili sind inzwischen riesig und der 13 cm Topf zu klein. Die weiteren, am 26. Februar gesäten sind viiiiel kleiner (diese habe ich nicht mit Algan gegossen, kann das so einen Unterschied machen?) und stehen noch im 9 cm Topf, der jetzt aber auch zu klein geworden ist. Laut Plan sollen drei Paprika und die Chili am 27. Mai ins Beet gepflanzt werden, also in gut zwei Wochen, die übrigen kommen in Pflanzsäcke. Also entweder früher ins Beet/in den Sack oder nochmal umtopfen. Blick auf die Wettervorhersage. Aktuell sind des Nachts 10 – 12 °C, das ist für die Paprika grenzwertig. Einige Stimmen sagen, dass sie schon Temperaturen unter 14 Grad nicht sonderlich mögen und das Wachstum verzögern. Zum Ende der nächsten Woche zeichnet sich in der Vorhersagen noch ein kleiner Knick nach unten ab. Das ist mir alles zu unsicher. Letztes Jahr war ich mutig und habe die Paprika früh ins Beet gesetzt (Anfang Mai?) und es wurde nochmal so richtig kalt. Das Schlimmste konnte ich mit allabendlichen, mehrlagigen Verhüllungstaktiken verhindern, wenn auch nicht so kunstvoll wie Christo und Jeanne-Claude, doch die Paprikapflanzen zeigten deutliche Schäden (Phosphormangelsymptome durch die gestörte Nährstoffaufnahme) und brauchten so lange zur Erholung, das die Ernte weniger als dürftig ausfiel. Lektion gelernt, es wird umgetopft. Die beiden Großen kommen in 5 Liter Pflanzsäckchen und die sieben weiteren vergrößern sich von 9 auf 13 cm. Als Substrat verwende ich normalen Mel’s Mix, den ich noch mit 1 % aufgeladener und fermentierter Pflanzenkohle aufwerte. Dann wird mit 1%iger Algan-Lösung angegossen. Da ich die gesamte Kanne mit 8 Litern angesetzt habe, bekommen auch die kürzlich eingepflanzten Tomaten in den Pflanzsäcken noch ein paar Schlucke ab.

Die beiden Tomaten-Sorgenkinder ‘Brad´s Atomic Grape’ und ‘Sonnenherz’ haben sich seitdem sie im Anzuchthäuschen stehen und Spritzungen/Gießungen erst mit EM und eine Woche später mit Komposttee bekommen haben deutlich erholt. Brad hatte ich ja schon fast aufgegeben. Jetzt stehen beide in 30 Liter Pflanzsäcken vor der Hauswand und ich hoffe ihnen werden die Probleme in der Kindheit bald nicht mehr anzumerken sein.

Aussaat/Pflanzung: Tomate ‘Vilma’ ins Beet vor der Südwand, Tomate ‘Bogus Fruchta’ im 20 l Pflanzsack, Tomate ‘Black Plum’ in 30 l Pflanzsack

Höchste Temperatur: 22°
Niedrigste Temperatur: 10°

13. Mai 2024 – Bohnen legen

Zeit für die Bohnen. Am 9. Mai habe ich die Stangenbohnen und Buschbohnen fürs Quadratbeet «Suppenkasper» in Wasser eingeweicht, bis sie vollgesaugt und aufgequollen waren (ca. 12 Stunden). Dann kamen sie zwischen zwei feuchte Lagen Küchenpapier in eine kleine Kunststoffbox. Bereits nach drei Tagen waren sie gekeimt und heute wird es höchste Zeit sie in ihre Quadrate zu legen. Die Keime sollten nicht zu lang werden, sonst besteht die große Gefahr sie beim Einpflanzen abzubrechen. Der Vorteil der „Einweichen-und-Vorkeimen-Methode“ ist, dass die Keimung schnell geht, die Keimrate sehr hoch ist und man das gut im Blick hat. Ins Beet kommt dann pro Pflanzstelle genau 1 Keimling, das Ausdünnen entfällt und es gibt auch praktisch keine Ausfälle. Das Einzige, was den Erfolg im Beet noch gefährden könnte, ist, dass der Keimling austrocknet, das muss unbedingt vermieden werden.

Von den Stangenbohnen ‘Kaiser Friedrich’ (hinten links) und ‘Brunhilde’ (hinten rechts) kommen jeweils 8 Keimlinge in zwei Reihen entlang der Rankhilfe ins Beet. Ich habe jeweils 10 Samen angekeimt, falls nicht alle aufgehen. Vorne auf die Ecken kommen jeweils zu neunt die Buschbohnen ‘Cupidon’. Hier habe ich 25 Samen angekeimt und es hat gerade so gereicht, dass ich die benötigten 18 schönen Keimlinge zusammen gekriegt habe. Auch die Keimlinge werden eher flach gelegt. Bohnen wollen die Glocken läuten hören. Für die teilweise schon recht langen Wurzeln muss das Loch natürlich entsprechend tief ausfallen. Ganz vorsichtig, nichts abbrechen. Etwas Erde darüber und gut angießen, damit die Wurzeln sofort Kontakt mit der feuchten Erde haben. Es ist sehr sonnig dieser Tage. Da können die oberen 1–2 cm bereits in wenigen Stunden ausgetrocknet sein und der Keimling eines frühen Todes sterben. Darum werden die frisch besäten Quadrate zusätzlich abgedeckt. Ich habe für diesen Zweck eine Kokosmatte in ca. 30 × 30 cm Quadrate geschnitten und lege diese einfach auf die Oberfläche. Darunter bleibt es schön feucht. Auch Pappe oder Mulchpapier sind geeignet, fliegen aber leichter weg. Alle zwei bis drei Tage sollten wir einen Blick darunter werfen, ob sich bereits die Keimblätter zeigen, dann kommt die Schutzdecke weg.

Die „Einweichen-und-Vorkeimen-Methode“ habe ich auch für den Zuckermais angewendet. Nur kamen die Keimlinge hier erst noch in Anzuchttöpfchen, es geht aber auch direkt ins Beet, wenn es war genug draußen ist. Die Maiskeimlinge kamen am 4. Mai ins Töpfchen und dürfen jetzt ins Beet «Chilli Chili». Wir lieben die Maiskolben ganz frisch geerntet. Um die Erntezeit etwas auszudehnen und nicht 20 Kolben auf einmal erntereif zu haben (sie müssen „auf dem Punkt“ in der Milchreife geerntet werden, sonst leidet der Geschmack) habe ich mit kurzfristig überlegt, die Aussaat zu staffeln. Zwei Quadrate gleich und die anderen zwei vier Wochen später. Ich hoffe, dass die Bestäubung auch bei zwei Quadraten funktioniert, sonst wird es eine Erfahrung…

In den Maisquadraten stehen Ackerbohnen als Gründüngung. Die müssen jetzt erstmal heruntergeschnitten werden. Ich schneide jetzt noch nicht bodentief, sondern in etwa auf die Höhe der Maispflänzchen, die ich zu viert auf Lücke zwischen die Ackerbohnen pflanze. Da von den Ackerbohnen 9 im Quadrat stehen, geht das prima auf Lücke. Beim Herunterschneiden hatte ich ganz vergessen, dass ich ja nicht alle 4 mittleren Quadrate jetzt mit Mais bepflanze, sondern erstmal nur zwei. So habe ich in einem Quadrat die Bohnen schon geschnitten, obwohl da jetzt noch gar kein Mais reinkommt. Aber das schad´ ja nicht.

Das Quadrat-Beet ‘Salatbuffet’ gefällt gar nicht gut. Es war das erste, wo ich ausgesät habe, das Meiste am 14. März, und das Wachstum ist äußerst spärlich. Die Radieschen sind jetzt einigermaßen und ich habe das Quadrat nun abgeerntet, um Platz für die Tomate ‘Himbeerrose’ zu machen. Auch der gepflanzte Pflücksalat steht gut da, die Lauchzwiebeln weniger. Und Spinat und Rucola sind praktisch überhaupt nicht gewachsen! Sie sind kurz nach dem Keimblattstadium steckengeblieben. Und von den Möhren sind nicht mal die Hälfte gekommen. Der Feldsalat ist zwar klein, aber soweit o.k. Offensichtlich reicht das Nährstoffangebot für nichts, das mehr aus so ein Salat braucht. Im zeitigen Frühjahr haben die Beete dieses Jahr Pferdeäpfel bekommen, darüber mit Mels’s Mix aufgefüllt. Das hätte reichen sollen, tut es aber nicht. Auch der Versuch einer Aktivierung der Nährstoffe, erst mit EM und später mit Komposttee, hat keine sichtbare Änderung gebracht. Noch weigere ich mich zu düngen. Es müssen genügend Nährstoffe im Boden sein, er muss sie nur rausrücken… Ich werde morgen mal mit etwas eigenem Kompost, dünn aufgestreut und mit Brennesselwasser eingespült mein Glück versuchen.

Aussaat: Stangenbohne ‘Kaiser Friedrich’ in SK1, Stangenbohne ‘Brunhilde’ in SK4, Buschbohnen ‘Cupidon’ in SK13 und SK16
Pflanzung: Tomate ‘Himbeerrose’ in SB13, Zuckermais ‘True Sweet Gold’ in CC7 und CC10
Ernte: Spargel, Radieschen aus SB13 (alle – Platz für Tomate)

Höchste Temperatur: 24°
Niedrigste Temperatur: 15°
Sonne: den ganzen Tag
Regen: 0

14. Mai 2024 – Salatbuffet boostern

Wie gestern schon geschrieben, ist das Wachstum im Quadratbeet «Salatbuffet» suboptimal. Am Vormittag habe ich schon mal den Brennnesselauszug angesetzt. Dafür kamen etliche Handvoll der Triebspitzen etwas durchgeknetet in einen Eimer mit Deckel. Ideal wäre es gewesen, die Brennnesseln mit Regenwasser aufzugießen. Leider habe ich aktuell keinen Regenwassertank, also nutze ich Leitungswasser. Den Eimer stelle ich in die Sonne, dann kann sich das Wasser etwas erwärmen und die Inhaltsstoffe gut hinauslösen.

Am Abend habe ich dann noch ca. 10–15 Liter Kompost von meinem Komposthaufen fein abgesiebt und dann als dünne Schicht über alle Quadrate im Beet mit Ausnahme der zwei Pflücksalatquadrate gestreut. Darüber wurde der abgeseite Brennnesselauszug mit feiner Brause gegossen. Ziel der ganzen Aktion ist es, das Bodenleben so anzuregen, dass sie die Pferdeäpfel umsetzen und die Nährstoffe pflanzenverfügbar werden. Ich bin gespannt!

Sinnvoll ist es noch einen Blick auf den pH-Wert zu werfen. Liegt dieser nicht im gemüsefreundlichen neutralen Bereich, wird das Gemüse nicht zufriedenstellend wachsen. Neuer Punkt auf der To-do-Liste: pH-Wert testen.

Höchste Temperatur: 24°
Niedrigste Temperatur: 13°
Sonne: den ganzen Tag
Regen: 0

15. Mai 2024 – Brad lebt

Mein Sorgenkind Brad (die Tomate ‘Brad’s Atomic Grape’) hat sich seit dem Umzug in einen 30-Liter-Pflanzsack vor die Hauswand an der Südseite richtig rausgemacht. Vor einer Woche habe ich noch überlegt, ob sich die Mühe des Pflanzens lohnt oder ich ihn gleich auf den Kompost gebe. Vom Keimling an hat er gekümmert. Da er aber schon auf der Zwischenstation im Anzuchthäuschen zugelegt hatte, bekam er noch eine Chance. Frische Luft um die Blätter schien ihm zu gefallen und nun ist er kaum wiederzuerkennen. Er sieht aus wie eine richtig gesunde Tomatenpflanze.

Merke: Vieles, das im Anzuchttopf nörgelt, gewinnt beim Auspflanzen.

Höchste Temperatur: 25°
Niedrigste Temperatur: 13°
Sonne: den ganzen Tag
Regen: 0

16. Mai 2024 – Oh Schreck, der Rosmarin

Vor unserer provisorisch aus Paletten gebauten Treppe, die in den Garten führt, steht jetzt im 4. Jahr ein Hochbeet mit 8 Quadraten für Kräuter. Im ersten Jahr war es toll! Ich hatte Rosmarin, Thymian, Polsterdost (Origanum vulgare ‘Compactum’), Minze, Petersilie, Schnittlauch nur wenige Schritte von der Küche entfernt. Im zweiten Jahr war es dort mit der Petersilie naturgemäß vorbei (sie ist zweijährig) und auch der Schnittlauch wuchs eher kümmerlich. Dafür entwickelte sich der Rosmarin, eine stehende und eine hängende Sorte zusammen in einem Quadrat, ganz prächtig. Die Minze konnte ich durch beherztes Abstechen im Zaum halten, auch wenn ich weiß, dass ihr das auf Dauer nicht behagt.

Im letzten Jahr habe ich das Beet etwas vernachlässigt, sodass aktuell der inzwischen riesige Rosmarinstrauch, netter Thymian und der runde Oregano in drei Quadraten wachsen, derweil das gesamte Beet von Minze durchzogen ist. Ich habe sie absichtlich ohne Wurzelsperre gepflanzt. Zum einen zur Beobachtung, zum anderen, weil die Minze nicht dauerhaft im Beet bleiben sollte. Die Minze geht gerne auf Wanderschaft, das ist ihre Natur. Eingesperrt in einen Topf fängt sie nach zwei Jahren an zu kümmern. Von meiner haben sich Abschnitte vom Restehaufen im halbschattigen Bereich ohne Zutun so wunderbar entwickelt, dass die Triebe im Beet eher verzweifelt wirken.

Nun steht die Generalüberholung des Beetes mit Substrattausch an und aus diesem Grund habe ich die Trockenheit dort bislang geflissentlich ignoriert. Bis ich heute mit Schrecken gesehen habe, dass der Rosmarin braun wird und beginnt, die Nadeln abzuwerfen! Den wollte ich ganz sicher nicht umbringen! Also bekam das Beet als schnelle Hilfe erstmal ein paar Liter Wasser und wird morgen dann noch intensiver gewässert. Ich hoffe Rosmarie erholt sich. Thymian und Dost sahen noch unbeeindruckt aus.

Höchste Temperatur: 24°
Niedrigste Temperatur: 14°
Sonne: vormittags, nachmittags bewölkt
Regen: wenig nachmittags, 0,4 mm

Rosmarin mit braunen Nadeln

17. Mai 2024 – Nachsaaten Salatbuffet

Im Quadratbeet «Salatbuffet» regen sich nach der Aktivierung vor 3 Tagen jetzt Spinat und Rucola und beginnen endlich zu wachsen. Zeit, die Quadrate, wo gar nicht erst etwas gekeimt ist, nachzusäen. In ein Quadrat kommt ein Radieschen Mix und roter Mizuna-Salat in ein weiteres. Planmäßig säe ich dann noch einen Satz Pflücksalat in das dritte freie Quadrat.

Im Möhren-Quadrat stehen nur 6 Pflänzchen, statt 16 … hier habe ich den Tipp einer Teilnehmerin aus dem Quadrat-Garten-Club aufgegriffen und Möhrensamen über 4 Tage angekeimt und anschließend in einem Eierkarton mit Löchern im Boden Keimlinge angezogen.

Erfahrungsgemäß kann man bei Möhren schlecht nachsäen. Diese Neuankömmlinge wachsen meist nicht. Vielleicht funktioniert es besser, wenn sie schon als fertige Keimlinge gesetzt werden. Ein Problem ist mir bei der Pflanzung allerdings aufgefallen. Etwas, was ich eigentlich weiß: Wenn oben bei Aussaaten die Keimblätter zu sehen sind, dann ragt die kleine Wurzel oft bereits 10 cm tief in den Boden. So tief sind die Eierkartons beileibe nicht und es war deutlich zu sehen, dass die Wurzel meiner Minis sich seitlich in die Pappe gebohrt haben und auch nicht gerade gewachsen sind. Ich habe mit der Pflanzung allerdings auch etwas gebummelt und hätte sie einfach schon früher ins Beet transferieren sollen. Fraglich, ob sich daraus schöne, gerade Rüben entwickeln … in 2–3 Monaten bin ich schlauer.

Im Quadratbeet «Suppenkasper» schauen die Bohnenpflänzchen jetzt heraus. Die der Stangenbohnen mussten sich schon unter der Kokosmatte hervorquälen. Die hätte besser schon vor zwei Tagen runter gekonnt. Die Blätter der jungen Kohlrabi-Pflänzchen sehen etwas blass und gelblich aus, etwas Dünger könnte nicht schaden.

Vom Einkauf habe ich heute einen Topf Basilikum mitgebracht. Die letzten Jahre habe ich Basilikum zeitlich zusammen mit den Tomaten gesät und gepflanzt. Gerne verschiedene Sorten, wie Rotes oder Zitronenbasilikum. Dieses Jahr hatte ich das nicht auf dem Zettel und ich teste die Nutzung von schnödem Supermarktbasilikum. Die langen Triebe habe ich abgeschnitten und in zwei Wassergläser zum Bewurzeln platziert. Vom Rest wird der Wurzelballen in kleine Teile mit 1-3 Stielen zerteilt und eingesetzt. Mal sehen, welche am Ende die Nase vorn haben.

Vorquellen: Wicken, Augenbohnen, Kapuzinerkresse
Aussaat: Asia-Salat ‘Mizuna Red’ (SB8), Radieschen Mix (SB9), Pflücksalat ‘Divino’ und ‘Till’ (SB 10)
Ernte: Handvoll Rucola

Höchste Temperatur: 23°
Niedrigste Temperatur: 13°
Sonne: vormittags, nachmittags bewölkt
Regen: 0

23. Mai 2024 – Paprika ab ins Beet

Die letzten Tage habe ich es wegen Magen-Darm nicht in den Garten geschafft. Heute fühle ich mich zwar immer noch schlapp, aber eine kleine Garteneinheit ging. Der Spinat im Quadratbeet «Chilli Chili» muss dringend geerntet werden, denn er schiebt bereits Blüten.

In die vier Quadrate dürfen die Chili ‘Jalapeño’ und drei Paprika einziehen. Die Chili und eine Paprika haben einen Vorsprung von drei Wochen gegenüber den anderen beiden und ich bin gespannt, ob die später ausgesäten den „Rückstand“ aufholen. Die größere Paprika ‘Yolo Wonder’ hat bereits mehrere Früchte angesetzt und ist mindestens doppelt so groß, wie ihre kleine Schwester. Aber auch die Ende Februar ausgesäten Pflanzen haben sich zu kräftigen Jungpflanzen entwickelt, bei denen jetzt die ersten Blüten erscheinen.

Die allererste Blüte, die sogenannte „Königsblüte“ wird traditionell ausgebrochen, damit die Pflanze vor der Versorgung von Früchten mehr Blattmasse bildet. Ich entferne meist die ersten Blütenansätze solange die Pflanzen noch klein sind. Zum direkten Vergleich sind jetzt zwei Paprika ‘Yolo Wonder’ im Beet und im vierten Quadrat steht eine Paprika ‘Orange Bell’.

Übrig sind jetzt noch 5 Paprikapflanzen (1 ‘Yolo Wonder’, 1 ‘Red Wonder’ und 3 ‘Orange Bell’). Für den Kompost zu schade bekommen sie jeweils einen Platz im 20-Liter-Pflanzsack. Bei der Pflanzung der jüngeren Paprika habe ich eine Kelle voll fermentierter Pflanzenkohle unten ins Pflanzloch gemischt. Die älteren müssen ohne auskommen, denn hier war der Wurzelballen so groß, dass ich für die Kohlemischung nicht tief genug graben konnte.

Da ich in dem Beet schon mal am Pflanzen war, ist auch der Ölkürbis in sein Quadrat eingezogen. Ich bin mir noch nicht sicher, wo ich ihn hinranken lasse. Schauen wir einfach mal, wo er hin möchte. Und an der Tomate ‘Märchenglanz’ habe ich die ersten schwarzen Früchte entdeckt.

Pflanzung: Ölkürbis (CC2), Chili ‘Jalapeno’ (CC5), Paprika ‘Yolo Wonder’ (alt CC13, jung CC16), Paprika ‘Orange Bell’ (CC8)
Ernte: etwas Spargel (5 Stangen), Blattspinat: 500 g netto aus 4 Quadraten

Höchste Temperatur: 21°
Niedrigste Temperatur: 12°
Sonne: sonnig, den ganzen Tag
Regen: 0

24. Mai 2024 – Abschluss der Spargelernte

An Johanni endet die Spargelsaison. Auf den Feldern in Deutschland ist die Spargelernte noch in vollem Gange und endet üblicherweise am Stichtag 24. Juni. Dann kommen die Bleichfolien runter und die Pflanze darf hoch hinauswachsen und Kraft für viele neue Spargelstangen im nächsten Frühjahr sammeln.

Von meinen Spargelpflanzen im Quadratbeet habe ich dieses Jahr das erste Mal gestochen, sie sind also noch sehr jung, vielleicht Teenies. Darum gönne ich ihnen einen zusätzlichen Monat Wachstum und beende das Stechen schon jetzt. Folie runter, vermutlich sehr zum Bedauern der Ameisen, die hier fleißig ihr Puppen gewärmt haben, und nun dürfen sie wachsen.

Insgesamt konnte ich dieses Jahr 5,2 kg Spargel ernten. Für das erste Erntejahr bin ich damit sehr zufrieden. Zur Erinnerung: Das Beet ist nur 1,4 qm groß.

Es ist allerdings so, dass man kein Kilo Spargel auf einmal ernten kann. Am besten wäre es alle 2 Tage die Stangen dort, wo die Köpfchen herausgucken zu ernten. Ich gebe zu, dass habe ich meistens nicht geschafft und so schauten einige Stangen schon recht weit raus und die ein oder andere war schon krumm. Aber alles war essbar. Die frisch gestochenen Stangen wurden dann sogleich abgespült und in ein feuchtes Leinentuch eingeschlagen im Kühlschrank gelagert, bis genug für eine komplette Mahlzeit zusammen war – bei uns ca. 1 kg.

Die Stangen waren auch nach etlichen Tagen erstaunlich frisch und knackig, sodass es kein Problem war. Ich habe bei gekauften Spargel schon wesentlich weniger pralle und nicht mehr quitschiege Stangen bekommen … da frage ich mich jetzt schon wie alt die eigentlich waren.

Pflücksalat gibt es jetzt wieder genug zum Verschenken. Ich frage mich, warum es schon wieder 3 Quadrate geworden sind, wo ich doch nur zu gut weiß, dass ein Quadrat alle 4 Wochen für uns reicht. Die kleine Menge, die ich mir heute für eine schnelle Schüssel gepflückt habe, ist im Beet jedenfalls nicht zu bemerken.

Ernte: Pflücksalat 120 g

Höchste Temperatur: 23°
Niedrigste Temperatur: 10°
Regen: Gewitter, 3 mm

25. Mai 2024 – Süßkartoffel

Dieses Jahr möchte ich gerne den Anbau von Süßkartoffeln im Quadrat probieren. Einige Teilnehmerinnen waren schon erfolgreich und die Pflanze ist ja auch schon sehr dekorativ. Geplant ist sie auf der Ecke im Quadratbeet «Feinschmecker», sodass sie am Hochbeet runter ranken kann.

Mitte Februar kaufte ich eine Bio-Süßkartoffel im Supermarkt, um sie anzutreiben. Sie kam mit der Spitze nach oben in einen Topf mit Anzuchterde und ich habe sie auch (fast) immer feucht gehalten. Nur Austreiben wollte sie nicht. Die Wochen vergingen. Die „richtigen“ Kartoffeln waren inzwischen angetrieben und auch der Aufenthalt auf der Heizmatte konnte die Süßen nicht dazu bewegen, einen Trieb zu zeigen. Gärtner brauchen ja bekanntermaßen viel Geduld, aber auch die meine ist endlich. Anfang April war Schluss und ich zog sie aus ihrem Topf. Auch unten: nichts. Keine Wurzel. Fast zwei Monate und sie sah aus wie am ersten Tag.

Und nun? Aufessen? Immerhin macht sie einen frischen Eindruck. Nein, einen Versuch mache ich noch. Vielleicht steckte sie ja doch falsch herum in der Erde und alles war meine Schuld… Ich schnitt sie in zwei Hälften und platzierte jede mit drei Zahnstocher fixiert in einem halb mit Wasser gefülltem Glas, sodass sie mit der Schneidfläche unten 1-2 cm im Wasser hängen.

Und was soll ich sagen: Schon nach einigen Tagen zeigte sich an einer Hälfte ein winziger Knubbel. Ein Trieb? Ja, er wuchs, langsam, aber er wuchs. Und eine Woche später zeigten sich auch an der anderen Hälfte zwei kleine Triebspitzen. Oben und unten ist hier wohl doch egal.

Nun stecken meine Süßen zur Pflanzzeit noch in den Kinderschuhen und ich weiß nicht so recht, wie ich sie sinnvoll pflanze. Eigentlich müssten die Triebe noch viel größer werden und dann abgeschnitten und bewurzeln. Für den Platz im Beet habe ich darum kurzerhand eine Süßkartoffelpflanze gekauft und eingepflanzt. Von den Hälften werde ich die mit den längeren Trieb noch weiter im Glas wachsen lassen und bei der anderen die Scheibe mit den Trieben herausschneiden und im 5-l-Pflanzsack einpflanzen.

Pflanzung: Süßkartoffel (FS16)

Höchste Temperatur: 23°
Niedrigste Temperatur: 13°
Regen: 0

28. Mai 2024 – Fluch dem Schachtelhalm

Wer Ackerschachtelhalm nur als Extrakt zur Pflanzenstärkung kennt, der kann sich glücklich schätzen. Im Garten ist er ein echter Fluch. Brennnesseln, Disteln, Löwenzahn, Quecke, Giersch sind dagegen Anfängerkram 😉 Hier sprießt der Ackerschachtelhalm überall dort fröhlich, wo ich die dichte Fettwiese bereits entfernt habe und somit Licht auf den Boden fällt.

Ackerschachtelhalm wurzelt sehr tief und liebt tonige, verdichtete und staunasse Böden. Die Wurzel herausziehen, vergiss es. Sie reißt nach wenigen Zentimetern ab und treibt sofort wieder aus. In den Quadratbeeten mit 20 cm lockerem Mel’s Mix über 20 cm Gartenerde treibt er durch die 40 cm von unten durch. Selbst auf den mit stabilem Unkrautvlies abgedeckten und mit Kies belegten Flächen zwischen den Beeten kommt er durch. Der viele Regen in diesem Frühjahr leistet auch noch gute Hilfestellung.

Was kann man tun? Zum einen würde ein Lockern des Bodens bis in die tiefen Schichten sicher helfen. Das geht mit tiefwurzelnden Gründüngungspflanzen, wie Lupinen oder auch Sonnenblumen. Ich bezweifele hier den durchschlagenden Erfolg. Wir liegen am Hang vom Bückeberg. Hier wird traditionell und noch heute wunderbarer Sandstein abgebaut. Dieser liegt auch auf unserem Grundstück nicht tief. Nach ca. 30 cm Oberboden beginnt der tonige und zunehmend mit Sandsteinen durchsetzte Unterboden. Nach 60 cm stößt man auf reinen Ton und immer größere Steine. Wir haben einige Steine geborgen, als wir nur die Fläche, wo die vier Quadratbeete stehen eingeebnet haben. Da ist also nicht viel mit Bodenlockerung. Das wirkt sich maximal auf die obersten 50 cm aus.

Auf einen weiteren Ansatz bin ich nun durch ein YouTube-Video gestoßen. Ackerschachtelhalm liebt saure Böden. Haben wir. Durch die Waldnähe und über 20 Jahre gärtnerischen Stillstand bewegt sich Vegetation und Boden im Garten Richtung Wald und somit in den sauren Bereich. Das zeigten auch bisherige pH-Wert-Messungen. Bekommt man den pH-Wert in den Bereich zwischen 6,5 und 7, wie es Gemüse mag, dann soll dies dem Ackerschachtelhalm nicht gefallen und er geht zurück. Das ist definitiv ein Plan. Und viel leichter als dauerhaft ständig zu Jäten. Ich werde also die Schachtelhalm-Bestände regelmäßig oberflächlich wegjäten, das nimmt ihm schon mal Kraft und den Boden kalken. Kohlensaurer Kalk (Calciumcarbonat CaCO₃) also einfach Gartenkalk, ist das Mittel der Wahl. Mal sehen, ob ich den Kampf gewinnen kann.

Ernte: 2 Port. Pflücksalat, 190 g

Höchste Temperatur: 20°
Niedrigste Temperatur: 11°
Sonne: meist sonnig
Regen: leichter Regen in der Nacht, 4,7 mm

29. Mai 2024 – Unterschätzte Läuse

Da war ich wohl bezüglich der schwarzen Bohnenlaus an den dicken Bohnen im Quadratbeet «Feinschmecker» zu sorglos. Bevor ich bei Blattläusen zu Wasserstrahl, Kaliseife oder anderen biologischen Mitteln greife, warte ich gerne ab, ob sich das Ganze nicht selbst reguliert. Die Gegenspieler benötigen eine gewisse Zeit. Marienkäfer- und Florfliegenweibchen legen ihre Eier dort ab, wo der Tisch für den Nachwuchs reich gedeckt ist, also da an den Pflanzen, die von vielen Blattläusen bevölkert sind. Die Larven müssen dann erstmal schlüpfen und wachsen, bevor wir überhaupt etwas von ihnen sehen. Vielleicht braucht es auch noch eine Generation damit die Population die Blattläuse wirklich dezimieren kann. Greifen wir immer sofort ein, dann werden wir nie zu einem Gleichgewicht kommen und brauchen uns nicht wundern, wenn die „Nützlinge“ aus bleiben.

Gerade erfahre ich, dass Abwarten und Tee trinken bei den schwarzen Bohnenläusen vielleicht nicht die richtige Strategie ist. Der Befall ist inzwischen so stark, dass ich um die gesamte Ernte fürchte. Dazu kommt noch ein Blattpilz, der bei Läusebefall oft auftritt, da die von den Läusen ausgeschiedenen Zuckertröpfchen einen idealen Nährboden für den Pilz bieten. Im Gegensatz dazu stehen die Bohnenpflanzen einer meiner Clubgärtnerin, die frühzeitig mit einem EM-Präparat gegen die Läuse vorgegangen ist, jetzt fast läusefrei da. Sie hat die Massenvermehrung rechtzeitig gestoppt.

Höchste Temperatur: 18°
Niedrigste Temperatur: 11°
Sonne: bedeckt
Regen: ständige Schauer

30. Mai 2024 – Schneckenschutz

2024 wird wohl vielen als das „Jahr der Schnecke“ oder das Jahr, wo die Schnecken alle meine Pflanzen gefressen haben in Erinnerung bleiben …

Die feuchte Witterung hat nicht nur die Pflanzen im Garten förmlich explodieren lassen, auch die Schnecken-Kinderstuben haben profitiert. Und so gibt es dieses Jahr außergewöhnlich viele. Du wirst mich nicht über Schnecken jammern lesen oder sie verdammen. Wir kommen im Großen und Ganzen prima miteinander aus. Das Gemüse in den Quadratbeeten lassen sie fast immer in Ruhe.

Schnecken fressen, was weg muss. Vitale, wüchsige Pflanzen lassen sie meist unbeachtet und gehen einfach ihrer Aufgabe nach: Sterbendes wieder dem Kreislauf zuzuführen. Im aufgeräumten Garten kann es da schon mal problematischer werden. Bei Schnecken gilt, wie auch für Kinder und Kunden: Du musst sie beschäftigen, sonst beschäftigen sie dich. Gibt es genug Arbeit, also organische Reste im Garten zu beseitigen, sind gesunde Pflanzen uninteressant.

Manch Schnecke macht da eine Ausnahme. So die Feinschmeckerschnecke, die sich jede Nacht eines meiner Petersilienwurzel-Jungpflänzchen gönnte. Vielleicht als Nachtisch. Die ersten Tage ist es mir gar nicht aufgefallen. Waren da nicht genau 9 Pflänzchen im Quadrat? Jetzt nur noch 5 … 4 … 3 … 2 und dann vom letzten nur noch ein paar Stummel. Und hat da nicht auch jemand in der Mitte an den Möhren- und Sellerie-Pflänzchen genascht. Möglicherweise auch an den Buschbohnen.

Am Abend sah ich eine Nacktschnecke ausgesprochen zielstrebig von der Wiese ins Beet kriechen. Okay, jetzt ist Schluss da. Ich habe einmal rings ums Beet 5 cm breites Kupferband angeklebt. Die Einfalls-Seite, zur Wiese hin, wurde noch mit einem Extrastreifen und einer „Schneckenkante“ aus zusammengeklebtem Kupferband gesichert. Als es dunkel war, bin ich dann zu Kontrolle mit der Taschenlampe raus und habe noch eine große und etliche Minischnecken aus dem Beet entfernt. Dabei durfte ich feststellen, dass tatsächlich sehr viele Schnecken und Schnegel im Garten unterwegs waren. Ich musste schauen, dass ich nicht drauftrete … hätte ich alle gesammelt, so wären sicher über hundert zusammen gekommen. Ich habe aber nur die Quadratbeete kontrolliert, ob dort jemand seine Liebe für frisches Gemüse entdeckt hat und dort einige wenige gefunden. Die habe ich zum anderen Ende des Gartens umgesiedelt.

Besonders schneckengefährdete Neupflanzungen, wie die Gurke, bekommen einen Schneckenkragen. Frisch ins Beet Gepflanztes fällt für eine Schnecke schnell in die „muss weg“-Kategorie. Die Pflanze ist hier einfach noch nicht richtig angekommen. Verschlimmert wird dies, wenn du Pflanzen setzt, die im Topf schon gelitten haben (unter Wasser-, Platz oder Nährstoffmangel) oder „überständig“ sind. Die sind förmlich eine Einladung zum Festschmaus.

Pflanzung: Landgurke ‘Tanja’ (SB3)

Höchste Temperatur: 18°
Niedrigste Temperatur: 11°
Sonne: bedeckt
Regen: ständige Schauer

Einfach lecker: Diese 5 unkomplizierten Gemüse machen glücklich

Einfach lecker: Diese 5 unkomplizierten Gemüse machen glücklich

Egal ob du gerade erst am Anfang deines Gemüsegarten-Abenteuers stehst, denkst, dass du keinen grünen Daumen hast oder sogar schon die ersten erfolgreichen Saisons gefeiert hast, wir alle lieben diese stressfreien Kandidaten, die einfach nur Freude bringen.

In diesem Artikel möchte ich dir meine Gemüsegarten-Favoriten vorstellen, ohne die ich mir meine Quadrat-Beete gar nicht vorstellen mag. Diese fünf wären meine Wahl, wenn ich nur ein kleines Hochbeet hätte und gar keine Zeit zu gärtnern.

Meine Auswahlkriterien sind nicht: wächst schnell und einfach. Darum wirst du die viel beschworenen Anfänger-Radieschen auf meiner Liste nicht finden. Nichts gegen Radieschen hier und dort, aber die schnelle Truppe zwingt den Liebhaber schon nach wenigen Wochen für Nachschub zu sorgen. Und von einem Radieschen will ich mir nun wirklich keinen Stress machen lassen.

Meine Glücksgemüse sind einfach im Anbau, mit möglichst langer Erntezeit und, und das ist ganz wichtig, aus dem eigenen Beet um Längen leckerer als alles, was man kaufen kann. Ich mag auch geduldiges Gemüse, das frisch im Beet wartet, bis seine Zeit in der Küche gekommen ist.

Hier sind sie, die fünf Gemüse, die auch in deinem Garten in diesem Jahr nicht fehlen sollten:

N° 1: Pflücksalat

Der Pflücksalat erfüllt alle Kriterien für Glücksgemüse mit Bravour.

Direkt ins Quadrat gesät beginnt die Ernte nach ca. 6 Wochen und je nach Witterung lassen sich bis zu acht Wochen lang die immer wieder nachwachsenden Blätter ernten.

Es gibt viele verschiedene Sorten, die sich in Form, Farbe und Geschmack unterscheiden, da sage mal einer, Salat wäre langweilig. Ich pflücke die Blätter erst kurz vor dem Verzehr, so ist er knackig-vital und belegt keinen Platz im Kühlschrank. Solange wartet er brav im Beet.

Pro Quadrat (mehr zum: Gärtnern im Quadrat) erntest du ungefähr 200 g pro Woche. Du kannst die Erntemenge gut planen, indem du alle 1–4 Wochen ein neues Quadrat Pflücksalat aussäst. So kannst du dich und deine Familie von Mai bis November mit Freilandsalat selbst versorgen.

Roter und grüner Salat wächst in einem Hochbeet in einem Garten.

Köstlicher Pflücksalat rot-grün.

In einem Gartenbeet wächst eine Salatpflanze.

Pflücksalat ‚Teufelsohr‘

Grüner Salat im Beet.

Pflücksalat ‚Schöner vom Vorgebirge‘

Ein Salatbett in einem Holzbeet.

9 Pflücksalate wachsen pro Quadrat.

N° 2: Lauchzwiebeln

Du kennst sie vielleicht als Frühlingszwiebeln im kleinen Bund. Lauchzwiebeln sind so vielseitig in der Küche verwendbar und natürlich auch gesund, dass man sie bestenfalls immer zur Hand hat.

Im Quadrat wachsen 16 Stück, die aus Samen gezogen ca. 14 Wochen benötigen. Wenn du sie dann allerdings nicht mit Wurzel herausziehst, sondern nur die Schlotten nach Bedarf abschneidest, wachsen sie immer wieder nach.

Als Winterheckenzwiebel oder auch ewige Zwiebel auf größeren Abstand vereinzelt, wenn der Platz im Quadrat knapp wird, überwintern Lauchzwiebeln sogar. Dann sind sie mit die ersten, die im Frühling austreiben und mit würzigem Grün die Küche bereichern.

Grüne Lauchzwiebeln wachsen in einem Garten.

Winterheckenzwiebel im Quadrat.

Eine Katze läuft neben einem Beet mit Lauchzwiebeln.

Winterheckenzwiebel im Frühling.

Ein Gartenbeet mit Gemüse und Kräutern darin.

Im Quadrat wachsen 16 Lauchzwiebeln.

Bienen auf einer Zwiebelblüte.

Die Blüten der Zwiebel werden vom Hummeln geliebt.

N° 3: Frühmöhren

Im Quadrat neben den Lauchzwiebeln nehmen raschwüchsige Frühmöhren gerne Platz. Möhren gelten ja nicht unbedingt als Anfängergemüse, aber im Quadratbeet gefüllt mit luftig-leichtem Mel’s Mix finden sie ideale Wachstumsbedingungen, um prächtige, gerade Wurzeln zu bilden.

Gesät werden 16 Stück direkt ins Quadrat (mehr zum: Gärtnern im Quadrat) und nach ca. 12–14 Wochen kann die Ernte beginnen. Wenn Möhren frisch aus dem Beet nicht auch so aromatisch wären, dann würde ich sie schon allein für den Moment, wo man sie aus dem Boden zieht, anbauen. Erst die Schenkel abtasten, um die Größe abzuschätzen, dann das Grün am Ansatz greifen und etwas hin und her bewegen, dabei behutsam ziehen, die Spannung steigt, wie groß wird sie sein? Und: da ist sie! Ich glaube, in diesem Moment wurde der Begriff „Foodporn“ geschaffen 😂

Ich liebe es jedenfalls, Möhren zu ernten. Hervorgegangen aus diesen winzigen Samen in wenigen Wochen, wenn das mal kein Wunder ist. Und weil Möhren im Beet am frischesten bleiben, hole ich sie immer direkt aus dem Beet, wenn ich sie in der Küche benötige. Auch wieder Platz im Kühlschrank gespart.

Ein Bund Karotten neben Zwiebeln im Quadratbeet.

Möhrenernte aus einem Quadrat.

Zwei Karotten groß und klein.

Der richtige Pflanzabstand ist wichtig.

Ein kleiner quadratischer Garten mit grünen Pflanzen darin.

16 Möhren wachsen in einem Quadrat.

Eine Person hält zwei lila Karotten in einem Garten.

Nicht nur orange: vielfältige Möhren.

N° 4: Buschbohnen

Bei den grünen Bohnen mache ich bezüglich des Erntezeitraumes eine kleine Ausnahme. Ausgesät ab Mitte Mai, kann etwa Mitte Juli gepflückt werden. Und hier ist es wichtig, die jungen Bohnen rechtzeitig durchzupflücken und sie nicht zu groß werden zu lassen.

Nach zwei, maximal drei Durchgängen, im Abstand von höchstens 7 Tagen ist Schluss mit dem Bohnensegen. Schlau, wer im Abstand von 1 bis 2 Wochen bis Ende Juli weitere Quadrate aussät und so Buschbohnen bis zum Frost erntet.

Dass grüne Bohnen nicht die geduldigsten im Beet sind und ich mich an ihrem Zeitplan zur Ernte halten muss, machen sie mit exzellentem Geschmack wieder gut. Weil die schmalen, zarten Buschbohnen schnell schlapp machen, bekommt man so gut wie keine richtig frischen Bohnen im Handel. Die meisten kann man zur Schlaufe biegen, ohne dass sie brechen. Gepflückt, gekocht, gegessen, schneller als Speedy Gonzales, so liebe ich die köstlichen Bohnen.

Gartentanja hält grüne Bohnen in einem Garten hoch.

Buschbohnen-Ernte.

Grüne Bohnen hängen von einem Hochbeet.

Buschbohnen im Hochbeet.

Grüne Bohnen wachsen im Quadratbeet.

Buschbohnen im Quadrat.

Lila und grüne Bohnen in einer Schüssel.

Zwei Sorten Buschbohnen.

N° 5: Wildtomaten

Die kleinen wilden Tomaten sind die bescheidenen Schwestern der runden, roten Schönheiten. Wildtomaten, wie z. B. die Sorte ‚Humboldtii‘ oder ‚Rote Murmel‘ sind zwar von der Größe klein, kompensieren dies aber mit der schieren Menge an Früchten.

Sie wachsen auch im Freiland gesund und bleiben von der gefürchteten Krautfäule meist verschont. Im Quadratbeet ziehe ich sie gerne am Spalier hoch, welches sie schnell bewuchern.

Du musst sie nicht ausgeizen oder zurückschneiden, „wild“ ist auch hier die Devise. Mit der Anzucht im Topf beginnst du am besten erst Mitte März. Sie sehen zwar anfangs recht klein aus, geben aber ausgepflanzt ins Beet nach kurzer Eingewöhnung richtig Gas. Zu langer Aufenthalt in den beschränkten Verhältnissen eines Anzuchttopfes mögen sie nicht so.

Die kleinen roten Kugeln sind köstlich im Salat und meine Humboldtii-Tomatensuppe ist legendär. Dazu wandern zu angeschwitzen Zwiebeln die kompletten kleinen Tomaten nebst Gewürzen in den Thermomix und kochen mindestens 1 Stunde (ohne Wasserzugabe!) ein, bevor sie mit Turbo so fein zerkleinert werden, dass Kerne und Haut praktisch verschwinden und eine sämige Suppe entsteht. Noch ein Schuss Sahne und fertig. Lecker 😋.

Rote Wildtomaten in einer Schüssel auf einem Holztisch.

Ernte der Wildtomaten ‚Humboldtii‘.

Gartentanja mit Wildtomaten am Spalier im Hintergrund.

Im Hintergrund: Wildtomate am Spalier.

Tomaten wachsen am Spalier in einem Garten.

Wildtomate ‚Humboldtii‘ an der Rankhilfe.

Eine Traue glänzender, roter Tomaten am Strauch.

Seltener Anblick: Meist sind die ersten schon gepflückt, bevor die letzten reif werden.

Deine Glücksgemüse?

Welches sind deine Glücksgemüse, die leicht anzubauen und lange Freude bei der Ernte machen? Schreibe sie mir gerne in den Kommentar und erweitere gerne damit diese Liste.

Oder verrate mir, welche der obigen Favoriten dieses Jahr auch in deinem Garten wächst?

Tomatensorten 2023

Tomatensorten 2023

Meine Tomatensorten 2023. Neben der bei mir im Freiland sehr bewährten Sorte ‚Humboldtii‘ werden dieses Jahr weitere 12 Sorten, von der kleinen ‚Yellow Canary‘ bis zur Ochsenherztomate ‚Sgt. Pepper´s‘ im Quadratgarten wachsen. Geplant waren 14 Sorten, aber Heinz hat mich verlassen 😭. Die Sorte ‚Heinz 1350‘, eine Züchtung des amerikanischen Saucenherstellers, wollte trotz Nachsaat einfach nicht keimen. So nehme ich die 13 als Glückszahl und freue mich auf viele neue Gaumenfreuden im vor uns liegenden Gemüsejahr.

Dem verregneten und kühlen Sommer 2023 zum Trotz haben sich (fast) alle meine Tomaten ganz prima entwickelt und gut getragen. Details findest du in der Beschreibung der einzelnen Sorten. Wirklich gut gefallen hat mir ‚Primabella‘, eine recht neue Züchtung, speziell fürs Freiland, mit hoher Widerstandskraft gegen die gefürchtete Krautfäule. Tatsächlich stand sie bis zum Schluss pumperlgesund da. Ich kann auch nicht versehen, dass hier und da behauptet wird, sie schmecke eher fad … bei mir im Freiland und vollsonnig gab es sehr leckere Früchte.

Inhaltsverzeichnis

27.02.2023 – Start der Aussaat

Ende Februar habe ich die 14 Sorten Tomaten in einen mit feiner Vermiculite gefüllten Eiswürfelbehälter gesät und auf die Wärmematte zum Keimen gestellt. Dies war keine so gute Idee. Bereits am darauffolgenden Abend waren die ersten Tomatensamen nicht nur gekeimt, sondern bereits vergeilt 😱. Es war wohl doch etwas zu kuschelig warm. Die Kleinen wurden sofort umquartiert und in Töpfchen tief eingesetzt, aber auch im weiteren Verlauf ließ sich feststellen, dass zu kleine Behältnisse schwierig im Flüssigkeitsmanagement sind. Drei Sorten musste ich sogar nachsäen, wobei ich dann noch ‚Märchenzauber‘ mit ‚Märchenglanz‘ verwechselte und diese etwas verspätet noch nachsäen musste. 2024 wird gleich wieder alles klassisch in Töpfchen gesät.

Tomaten im Porträt

Hier kommen die 13 Sorten in alphabetischer Reihenfolge.

Anamar

Stabtomate, ca. 180 cm hoch, orange leicht rot gezeichnete Früchte.

Die Samen habe ich im Frühjahr auf der Saatgutbörse vom Vermehrungsgarten Hannover gekauft.

‚Anamar‘ steht 2023 bei mir in einem 30 Liter Pflanzsack vor der Hauswand an der Südseite. Zur Stütze der Triebe dienen hier drei Bambusstäbe, als Zelt in den Pflanzsack gesteckt.

Die ersten orangen Früchte sind Ende Juli reif geworden und ich hätte fast die Ernte verpasst, weil ich warten wollte, bis sie rot sind 😜. Sie haben eine mittlere Größe und sind trotzdem frühzeitig erntereif.

Candy Sweet Icicle

Stabtomate, länglich-spitze Flaschentomate, mit orange-roten gelb geflammten 3–4 cm große Früchte mit bis zu 30 g Gewicht.

Die Samen habe ich von Anne, sie ist bei Facebook unter Anne´s Tomaten-Paradies zu finden.

‚Candy Sweet Icicle‘ steht 2023 bei mir in einem 30 Liter Pflanzsack mit einem Gemüsekäfig als Stütze vor der Hauswand an der Südseite. Sie war die erste meiner Tomatenpflanzen, die eine reife Frucht hatte (Mitte Juli).

Die Früchte sind lustig anzuschauen mit ihrem Zipfel an der Spitze und haben trotz der wenigen Sonne ein ganz süßes Aroma bekommen.

Dwarf Bundaberg Rumball

Buschtomate, bis 70 cm hoch, rot-braune Früchte.

Die Samen habe ich von Anne, sie ist bei Facebook unter Anne´s Tomaten-Paradies zu finden.

‚Dwarf Bundaberg Rumball‘ wächst 2023 ungeschützt in Beet A und eine zweite Pflanze steht in einem 20 Liter Pflanzsack vor der Hauswand an der Südseite.

Die Früchte sind mittelgroß und die Reife ist etwas schwer zu erkennen, da sie ein grün-braun-rot annehmen. Durch die schweren Früchte neigt sie trotz des limitierten Wachstums zum Umfallen und ausbrechen. Mir gefällt die Farbe der Früchte und die Wuchsfom nicht, sodass ich sie nicht wieder anbauen werde.

Green Grape

Stabtomate, ca. 150 cm hoch, runde grün-gelbe 3-4 cm große Früchte mit bis zu 30 g Gewicht. Süßer obstartiger Geschmack.

Die Samen habe ich im Frühjahr auf der Saatgutbörse vom Vermehrungsgarten Hannover gekauft.

‚Green Grape‘ wächst 2023 ungeschützt auf der Ecke in Beet A und hat lediglich einen Stützstab. Sie ist eher buschig und dicht gewachsen, weniger in die Höhe. Nach dem Auslichten, waren dann auch die Rispen mit den Früchten besser zu erkennen.

Die Reife ist bei dieser grünen Sorte daran zu erkennen, dass sie zum Ende (Blütenansatz) leicht gelb werden. Geschmacklich sehr lecker, bis jetzt (Mitte August) konnte ich aber erst sechs Früchte ernten.

Das nasskalte Sommerwetter 2023 hat die Pflanze bislang gut überstanden.

Humboldtii

Wildtomate, stark wüchsig, mehrtriebig, 3 cm große himbeerrote Früchte mit bis zu 20 g Gewicht, trägt bis zum Frost. Sehr gute Freilandeignung.

Samen von ‚Humboldtii‘ gibt es bei Dreschflegel-Saatgut. Dort findest du auch viele Sorten, auch einige der hier genannten.

‚Humboldtii‘ wächst bei mir, wie jedes Jahr, ungeschützt im Beet und wird an der Rankhilfe auf 120 cm Breite mehrtriebig gezogen. Im letzten Jahr habe ich sie sehr dicht wachsen lassen und erst gar nicht und später zurückhaltend ausgedünnt. In diesem Jahr habe ich sie von Anfang an deutlich luftiger aufgebaut, was sicher angesichts des nassen Wetters keine schlechte Idee war.

Die ersten reifen Früchte gab es hier erst Mitte August, von der bisherigen Kälte und Nässe ist die Pflanze bislang erwartungsgemäß wenig beeindruckt.

Märchenglanz

Stabtomate, bis 200 cm hoch, runde, tiefrot-schwarze Früchte, Fruchtgewicht bis zu 35 g.

Die Samen habe ich von Anne, sie ist bei Facebook unter Anne´s Tomaten-Paradies zu finden.

Leider muss ich mich bei dem Hin und Her bei der Aussaat doch vertan haben, denn die als ‚Märchenglanz‘ angezogenen Tomate hat sich als weitere ‚Märchenzauber‘ entpuppt 😢.

Märchenzauber

Stabtomate, bis 200 cm hoch, längliche, spitz zulaufende Früchte, gelb-orange gestreift, Fruchtgewicht ca. 50 g.

Die Samen habe ich von Anne, sie ist bei Facebook unter Anne´s Tomaten-Paradies zu finden. Anne baut jedes Jahr über 200 Sorten an!

Zwei ‚Märchenzauber‘-Pflanzen wachsen ungeschützt an der Rankhilfe direkt vor meinem Anzuchthäuschen. Sie sind sehr wüchsig, mit großen, gefiederten, tief herunterhängenden Blättern. Viele Geiztriebe habe ich ausgebrochen, sie aber mehrtriebig wachsen lassen.

Die ersten reifen Früchte gab es Anfang August und die Pflanzen sahen top-gesund aus. Dann hat das nasskalte Wetter in den Märchenzaubern das erste Opfer gefunden. Binnen einer Woche hat die Kraut- und Braunfäule fast die gesamten Pflanzen befallen, lediglich die obersten, ganz jungen Triebe sind noch pilzfrei. Die Überlebenschancen sind aber schlecht, weil der Haupttrieb infiziert ist. Die ‚Märchenzauber‘-Geschichte 2023 endet also schon Mitte August.

Von den ersten Früchten habe ich noch Samen genommen und vielleicht bekommt sie im nächsten oder übernächsten Jahr noch eine Chance. Meine Vermutung ist, dass der Platz direkt vor der Gewächshausfolie einfach extrem ungünstig ist. Dort werden keine Tomaten mehr angebaut!

Moneymaker

Stabtomate, ca. 200 cm hoch, runde, leuchtend rote 4–6 cm große Früchte mit bis zu 120 g Gewicht. Sehr ertragreich, auch für kühlere Regionen.

‚Moneymaker‘ musste ich am 07.03.2023 nochmal nachsäen, im Töpfchen haben die Samen dann aber gut gekeimt.

Die Pflanze wächst ungeschützt an der Rankhilfe in Beet A, zusammen mit ‚Primabella‘. Der Fruchtansatz beim ‚Moneymaker‘ ist verglichen mit der Nachbarin eher mäßig, aber die Früchte sind auch deutlich größer.

Die erste Frucht ist auch erst jetzt, Mitte August, reif geworden – ich habe noch nicht probiert.

Primabella

Stabtomate, sehr gute Resistenz gegen Krautfäule, rote, runde 3–4 cm große Früchte mit bis zu 30 g Gewicht.

Die Samen habe ich im Frühjahr auf der Saatgutbörse vom Vermehrungsgarten Hannover gekauft.

Die Pflanze wächst ungeschützt an der Rankhilfe in Beet A, zusammen mit ‚Moneymaker‘. ‚Primabella‘ ist ausgesprochen wüchsig, vergleichbar mit der Wildtomate ‚Humboldtii‘. Wenn sie sich jetzt noch als genauso robust herausstellt, habe ich einen neuen Tomaten-Favoriten!

Der Fruchtansatz ist sehr reichlich und die Früchte haben eine schöne Größe. Die Farbe ist ein schönes Tomatenrot und sie sind nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch sehr lecker.

Sgt. Pepper‘s

Stabtomate, ca. 160 cm hoch, Ochsenherztomate, weinrote Früchte mit dunklen, fast schwarzen Schultern, Fruchtgewicht bis zu 300 g.

Die Samen habe ich von Anne, sie ist bei Facebook unter Anne´s Tomaten-Paradies zu finden. Anne baut jedes Jahr über 200 Sorten an!

‚Sgt. Pepper´s‘ musste ich ebenfalls am 07.03.2023 nochmal nachsäen, im Töpfchen sind dann aber alle drei Samen aufgegangen. Beim Wuchs hat mich die junge Pflanze wahnsinnig gemacht, da sie trotz zusätzlicher Beleuchtung permanent hochgeschossen ist und ich sie dreimal tiefer setzen musste. Selbst nach der Pflanzung in den Pflanzsack wollte sie draußen weiter hoch hinaus! Die Internodien (Abstand zwischen den Blattknoten) war bei keiner anderen Pflanze so groß und sie brauchte von klein an eine Stütze.

‚Sgt. Pepper´s‘ steht 2023 bei mir in einem 30 Liter Pflanzsack vor der Hauswand an der Südseite. Zur Stütze der Triebe dienen hier drei Bambusstäbe, als Zelt in den Pflanzsack gesteckt, um die ich die lange Triebe herumgeleitet und angebunden habe.

Die Pflanze hat gut Früchte angesetzt, aber es sind bislang noch keine reif. Die Blätter zeigen allerdings schon einige Schäden, möglicherweise Dürrflecken. Ich hoffe, die Pflanze hält durch, damit zumindest ein paar Früchte ausreifen können.

Sunrise Bumblebee

Stabtomate, ca. 200 cm hoch, rund-ovale, orange, rosa-gestreifte 3–4 cm große Früchte mit bis zu 20 g Gewicht.

Die Samen habe ich von Anne, sie ist bei Facebook unter Anne´s Tomaten-Paradies zu finden. Anne baut jedes Jahr über 200 Sorten an! Schau mal auf der Seite vorbei.

‚Sunrise Bumblebee‘ steht 2023 bei mir in einem 30 Liter Pflanzsack vor der Hauswand an der Südseite. Die ersten Früchte sind erst Anfang August reif geworden, aber das Warten hat sich gelohnt. Sie sind wirklich außergewöhnlich hübsch und auch lecker.

Tigerette Cherry

Kleinwüchsige Buschtomate, wird nur ca. 40 cm hoch, gelbe, leicht rot gestreifte, Früchte mit bis zu 35 g Gewicht, Blätter gelb-grün, kartoffelblättrig.

Die Samen habe ich im Frühjahr auf der Saatgutbörse vom Vermehrungsgarten Hannover gekauft.

Vom Pflänzchen her schon mein Favorit. Die Kleine steht auf kräftigen Stängel und fällt mit ihrer hellen, fast schon gelben Farbe der Blätter auf.

Leider ist die erste Pflanze der kleinen ‚Tigerette Cherry‘ den Trauermücken zum Opfer gefallen. Die Larven der kleinen, lästigen Fliegen hatten die Wurzel komplett weggefressen, auch umtopfen konnte die Pflanze nicht mehr retten.

Da ich noch einen einzigen Samen übrig hatte, habe ich Ende Mai einen erneuten Anzuchtversuch unternommen, diesmal direkt im Anzuchthäuschen. Sie keimte und wuchs anfangs nur sehr zögerlich, aber inzwischen hat sie sich zu einer kräftigen, kleinen Pflanze entwickelt und blüht.

‚Tigerette Cherry‘ wächst in einem 20 Liter Kübel und bleibt im Anzuchthaus stehen. Mal sehen, wann die ersten Früchte reif werden…

Yellow Canary

Sehr kleinwüchsige Buschtomate, wird nur ca. 30 cm hoch, kirschgroße, gelbe Früchte.

Die Samen habe ich im Frühjahr auf der Saatgutbörse vom Vermehrungsgarten Hannover gekauft.

Ein wirklich ganz kleine Tomatenpflanze, eigentlich perfekt fürs Quadrat. Ihr reicht eine kleine Stütze, so wächst sie aufrecht, buschig und benötigt nur wenig Platz. Bei mir steht sie in einem 5 l Pflanzsack, besser entwickeln tut sie sich aber mit mehr Erde, entweder im größeren Kübel (20l) oder direkt im Beet ins Quadrat.

Die kleinen, gelben Kirschtomaten sind super zum snacken!

Gartenblick Juli

Gartenblick Juli

Im Juli geht es mit der Ernte so richtig in die Vollen – normalerweise. Dieses Jahr kommt es mir so vor, als ob ich, außer Salat, so gar nichts ernte. Die Beete stehen voll, aber es gibt kaum was zu schneiden, zu pflücken oder zu ziehen. Das liegt daran, dass ich für dieses Jahr sehr viele Quadrate mit Langzeitinhalten bestückt habe: Tomaten, Paprika, Zuckermais, Lauch, Zwiebeln und viel Kohl. All diese benötigen eine lange Zeit, bis frau zur Ernte schreiten darf. Die Gemüse von der schnellen Truppe, Rauke, Radieschen, Asia-Salat und Co., sind da eindeutig zu kurz gekommen und bei den Zuckererbsen habe ich nur sparsam geerntet und das meiste für die Samenernte gespart.

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Anfang Juli

Vier quadratische Gemüse-Hochbeete.

Ganz erntefrei war der Juli aber doch nicht. Gleich zu Beginn durfte ein Quadrat Möhren, zwei Kohlrabi und der im letzten Herbst gesteckte Knoblauch in den Erntekorb wandern und auch die ersten kleinen Paprika wurden schon reif. Die Früchte der Sorte ‚Orange Bell‘ habe ich zwar vom letzten Herbst deutlich größer in Erinnerung, aber als kleiner Vorgeschmack nicht schlecht.

Mitte Juli

Vier quadratische Gemüse-Hochbeete.

Mitte Juli waren dann auch die ersten Buschbohnen so weit. Weil der Römersalat länger im Quadrat stand als geplant, konnte ich Mitte Mai nur in ein Quadrat Bohnen einsäen und die knapp 400 g reichten nur für einen Salat. Für Nachschub ist durch die gestaffelte Aussaat aber gesorgt. Vielversprechend sind auch die Tomaten, deren ersten Früchte Mitte Juni reif wurden. Wenn das, was da an grünen Tomaten an den Pflanzen hängt, es bis in die Küche schafft, bin ich sehr happy.

Im Kurs erzähle ich Teilnehmerinnen, dass Erbsen (und Zuckerschoten) am besten wachsen, wenn die Tage länger werden. Spät ausgesäte Pflanzen neigen dagegen dazu, schon in jungen Wochen Mehltau zu bekommen. Habe ich vor vielen Jahren probiert und seitdem die Finger davongelassen. Zur Verifizierung der Aussage kam dieses Jahr ein Quadrat Erbsen erst Anfang Juni in die Erde und bedankte sich Ende Juli prompt mit Mehltau. Sehr zur Gefahr der nebenwachsenden Gurken der Sorte ‚Eva‘, die gerade das erste Gürkchen bildete. Mehr zum Mehltau und Erste-Hilfe-Maßnahmen liest du in diesem Blogartikel: Sommer, Sonne, Mehltau.

Warum bildet meine Gurke keine Früchte?

Falls du dich allerdings fragst, warum du deine Gurke fleißig blühen siehst, aber kaum Gurken dranhängen, dann schau dir die Blüten mal genauer an. Viele Gurken bilden männliche und weibliche Blüten und nur von den bestäubten weiblichen Blüten kannst du eine Gurke erwarten. Zu Beginn erscheinen nur männliche Blüten, erst wenn die Pflanze bereit ist eine Frucht zu versorgen, werden auch weibliche Blüten gebildet. Damit deine Gurkenpflanze groß und kräftig wird, sodass sie dir viele knackige Gurken schenken kann, benötigt sie neben üppig Wasser auch eine Extraportion Nährstoffe. Sobald deine Pflanze die zickige Teenagerzeit überstanden hat und beginnt im Beet zu wachsen, darfst du sie gerne wöchentlich mit Flüssigdünger verwöhnen.

Weibliche Gurkenblüte

Weibliche Blüte an der Gurkenpflanze, zu erkennen am ‚Gurkenansatz‘.

Männliche Gurkenblüte

Männliche Blüte an der Gurkenpflanze, kein Mini-Gürkchen hinter der Blüte.

Sorge machte mir im Juli auch der Kohl, diesen hatten die Rüsselkäfer zu gerne, aber die Geschichte kannst du gerne hier lesen: Invasion der Rüsselkäfer.

Slow Flowers

In einem echten Square Foot Gardening Beet darf ein Quadrat mit Blümchen nicht fehlen. Im Beet D fühlt sich eine Dahlie ausgesprochen wohl, während in den anderen Ringelblumen und Tagetes nicht nur schön aussehen, sondern auch die Gemüse im Wuchs unterstützen.

Ich träumte im Winter von wunderschönen, im Garten zusammengepflückten, Blumensträußen und bestellte reichlich Saatgut verschiedener Sommerblumen. Unter dem Begriff „Slow Flowers“ erleben natürlich anmutende, regional und nachhaltig angebaute Schnittblumen seit einigen Jahren regen Zulauf. Früher war es vollkommen normal, dass im Gemüsegarten auch reichlich ein- und zweijährige Sommerblumen wuchsen, die zu bunten Sträußen gebunden das Haus verschönerten. Allerdings habe ich immer Hemmungen, die Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge, um die in unserem Garten noch raren Nektar- und Pollenquellen zu bringen. Das bessert sich sicher, wenn der Garten rund um die Square Foot Gardening Beete in, hoffentlich nicht mehr allzu ferner, Zukunft einen reich gedeckten Flor bietet.

Ende Juli

Bestimmt freuen sich auch die Amseln über mehr Abwechselung im Garten mit Bereichen zum Scharren unter Stauden und Gehölzen, wo sie viele leckere Snacks finden und lassen meine Gemüsebeete in Ruhe. Wie bereits im letzten Jahr sabotierten sie meine Sommer-Aussaaten auf der Suche nach Würmern und Larven im Boden. Eine Weile ließ ich sie gewähren, schließlich reduziert das muntere Wühlen der gefiederten Freunde auch Schadinsekten im Boden. Ende Juli bekamen die Saaten Priorität eins und die frisch eingesäten Quadrate ein Schutzvlies.

Erdbeerbeet

Neues vom Erdbeerbeet: Nach anfänglicher Enttäuschung über die mickerig wachsenden Frigo-Erdbeer-Pflanzen, haben sie sich inzwischen ganz gut entwickelt und wir dürfen einige Handvoll köstliche Früchte genießen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Aroma so eine Erdbeere haben kann!

Den als „Raster“ gepflanzten Schnittlauch hatte ich nach der ersten Blüte zurückgeschnitten. Ende Juli war dieser dann kräftig nachgewachsen. Zeit, für den Winter vorzusorgen und den Erdbeeren etwas Luft zu verschaffen. Komplett heruntergeschnitten brachte ich über 1 kg Schnittlauch in die Küche. Einen Teil bekam mein liebes Töchterlein, 600 g wanderte fertig geschnitten in die Tiefkühlung und weitere 300 g verarbeite ich zu Kräutersalz.

Rückschnitt vom Thymian

Das Kräuterbeet direkt vor der Terrassentür ist dieses Jahr etwas vernachlässigt. Die Minze (bewusst ohne Wurzelsperre gepflanzt) breitet sich aus und sollte bereits im Frühjahr ausziehen und der Thymian ist abgesehen von den Spitzen sehr trocken geworden.

Als Schnitt-Regel für verholzende Kräuter gilt, dass du NICHT in den bereits verholzten Teil schneidest. Das kann das Ende der Pflanze bedeuten, gerade in den Sommermonaten. So habe ich schon einmal einige alte Lavendel-Pflanzen gekillt. Auch beim Thymian habe ich zunächst nur moderat geschnitten und die Pflanzen dann mit flüssigem Dünger versorgt.

Als Reaktion gab es frischen Austrieb, nicht nur oben, sondern auch im trockenen, holzigen Teil. Da steckte also noch Leben drin. Das gab mir Mut beherzt, die alten trockenen Äste bis knapp über die jungen, kleinen Triebspitzen zurückzunehmen. So kann sich die Pflanze verjüngen und hat auch bis zum Winter noch genügend Zeit, die neuen Triebe zu kräftigen.

Den Juni habe ich noch mit einer Tirade über das heiße Wetter abgeschlossen. Davon war im Juli nicht mehr viel übrig. Zeitweise war es so kalt, dass der Göttergatte sagte: „Ich freue mich schon auf den Herbst. Da dürfen wir endlich wieder den Kamin anfeuern!“ Kälte und Nässe waren die Herausforderungen des Juli 2023 und als bekennende Schönwetter-Gartenfrau sah man mich auch eher selten im Garten… da ist jetzt einiges „aufgelaufen“ …

Wie ist es bei dir? Trotzen deine Gemüse dem kalten Sommerwetter und hast du die Gunst der feuchten Stunde für neue Aussaaten genutzt?

Sommer, Sonne, Mehltau!

Sommer, Sonne, Mehltau!

Hast du auf deinen Gurken-, Zucchini- oder Kürbispflanzen schon einen weißen, mehligen Belag auf den Blattoberseiten entdeckt? Oder sind gar schon ganze der älteren Blätter von einem weißen Belag überzogen? Da bist du nicht allein!

Warme, trockene, sonnige Sommertage begünstigen die Ausbreitung von Echtem Mehltau, darum trägt dieser auch den Beinamen Schönwetterpilz. Im Gemüsegarten trifft es in erster Linie die Vertreter der Familie der Kürbisgewächse. Es ist praktisch unvermeidlich, dass die älteren Blätter von Gurke und Zucchini Mehltau bekommen. Solange die Pflanze mit genügend frischen, jungen, gesunden Blättern vorne weiterwächst, kannst und solltest du die alten, befallenen Blätter einfach entfernen.

Gurkenblatt mit weißem Belag.

Solch stark befallenen oder alten Blätter unbedingt entfernen!

Frische Ranken einer Gurkenpflanze

Solange die frischen Triebe gesund wachsen, besteht kein Grund zur Sorge.

Es ist ein Naturgesetz, dass Gurkenpflanzen nur eine begrenzte Lebensdauer haben, bevor der Mehltau die gesamte Pflanze dahinrafft. Und das ist leider meist vor Ende der Saison der Fall. Mach dir also keine Sorgen, dass du etwas falsch gemacht hast, denn deine Gurkenpflanzen nicht bis in den Herbst durchhalten. Schlaue Gartenfrauen sorgen vor, indem sie einen zweiten Satz Gurken mit vier Wochen Versatz anziehen und pflanzen. Die ersten Pflanzen werden Mitte Mai ins Beet gepflanzt und Mitte (bis spätestens) Ende Juni folgen die weiteren, um die Gurkensaison zu verlängern. Wenn du deine Beet-Planung machst, kannst du vor dem zweiten Gurkensatz noch frühe Erbsen oder Salat anbauen, die den Platz dann im Juni für die Gurken freimachen.

Mehltau vorbeugen

Ziel ist es aber natürlich, dass die Pflanzen möglichst lange gesund bleiben und nicht vor ihrer Zeit, und bevor sie dir eine stattliche Anzahl von knackigen Gurken geliefert haben, eingehen. Das schaffst du mit dem richtigen Standort, guter Nährstoff- und Wasserversorgung und den richtigen Mischkulturpartnern. Bei mir wachsen im Gurken-Quadrat auch immer zwei-drei Basilikum-Pflanzen und oft auch noch im Quadrat daneben. Knoblauch oder Zwiebeln sind ebenfalls gute Partner, deren Umgebung der Mehltau nicht sonderlich schätzt.

Ebenfalls zur Vorbeugung, du weißt ja, der Mehltau kommt bestimmt, kannst du die Blätter mit einer Mischung aus frischer Vollmilch, am besten Rohmilch, und Wasser (1:6) spritzen.

Gurkenblatt mit weißem, mehligen Belag.

Erste Hilfe bei Echtem Mehltau

Ist der Befall allerdings schon da und zeigen sich auch auf jungen Blättern bereits die ersten Flecken, dann solltest du eher zu Natron greifen. Ziel ist es, den pH-Wert auf der Blattoberfläche in den leicht alkalischen Bereich zu verschieben und dem Pilz damit die Ausbreitung zu erschweren.

Rezept gegen echten Mehltau

  • 2 Liter Wasser
  • 1 Päckchen Natron (50 g)
  • 20 ml Rapsöl

Alle Zutaten in eine Sprühflasche füllen und kräftig schütteln. Satt auf die mit Mehltau befallene Blattoberseite aufsprühen. Bei Bedarf nach einer Woche oder nach Regen wiederholen.

Natürliche Helfer

Die Natur lässt uns mit dem Echten Mehltau aber nicht allein und schickt uns kleine gelbe Helfer mit schwarzen Punkten: Der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer und seine Larven haben den Pilz zum Fressen gern! Genau genommen fressen sie gar nichts anderes.

Bevor du zur Spritzpistole greifst, schau doch einmal ganz genau hin, denn leicht zu entdecken sind die nur 4-5 mm großen Mini-Käfer nicht.

Gurkenpflanze mit leichtem Mehltau
Gelber Käfer mit schwarzen Punkten auf einem Blatt

Der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer beim Mehltau-Grasen.

Zwei gelb-schwarze Marienkäfer bei der Paarung

Zwei 22-Punkt-Marienkäfer bei der Paarung.

An meinen Gurkenpflanzen, die gerade den ersten Belag vom Mehltau zeigen, konnte ich die süßen Helferlein entdecken und sogar zwei bei der Paarung sehen! Ähnlich wie die großen Verwandten bei Blattlausbefall legt der kleine 22-Punkt seine Eier dort ab, wo es genug zu fressen gibt. Um die Population und das natürliche Gleichgewicht zu fördern, solltest du dann Spritzungen unterlassen, du nimmst ihnen sonst die Nahrungsgrundlage.

Was ist deine Strategie für gesunde Gurkenpflanzen? Schreibe sie mir gerne in die Kommentare!

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Invasion der Rüsselkäfer

Invasion der Rüsselkäfer

Wenn im Juli die Blätter deiner Kohlpflanzen aussehen wie ein Schweizer Käse, dann könnte dieser kleine, rüsselige Geselle sein Unwesen treiben: der Gefleckte Kohltriebrüssler (Ceutorhynchus pallidactylus). Zu erkennen am „Rüssel“ und dem hellen Fleck zwischen den „Schultern“.

Nachdem ich die Blattläuse dank zahlreicher Marienkäfer weitgehend aussitzen und Fraßspuren am Kohl zu den im Pflanzenherz sitzenden Eulenfalter-Raupen zurückverfolgen konnte, kam im Juli die nächste Plage über den Kohl.

Bereits im letzten Jahr haben mich die Kohltrieb-Rüsselkäfer beehrt und die Ernte von Radieschen, Mairüben, Asia-Salat und Rettich eliminiert. Diese vier Pflanzen gehören auch zur Familie der Kreuzblütengewächse, sind also nahe Verwandte des Kohls. Besonders beliebt sind die jungen und halbwüchsigen Pflanzen, bei denen die Blätter noch zart sind.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass hier Erdflöhe ihr schabendes Werk verrichten. Viele kleine, runde Löcher in den Blättern oder sogenannter Fensterfraß, bei dem die obere Blattschicht abgeschabt wird, sodass nur die Mittelschicht wie ein Fenster stehen bleibt. Auch optisch könnte man die beiden auf den ersten Blick verwechseln. Die Unterscheidung ist trotzdem recht einfach: mit der Fingerprobe.

Wenn du versuchst, einen Erdfloh zu berühren, wird sich der schwarz-glänzende und manchmal auch schwarz-gelb gestreifte Erdfloh mit seinen kräftigen Hinterbeinen davon katapultieren. Schneller als du gucken kannst. Daher auch der Name „Floh“, obwohl der Erdfloh kein Floh, sondern ein Käfer ist.

Der schmutzig braune Kohltrieb-Rüsselkäfer dagegen wird sich bei Berührung einfach fallen lassen.

Seine Strategie ist die „Verwandlung“ in einen Erdkrümel. Die Beinchen werden dazu an den Körper angezogen, sodass du ihn, selbst wenn du ihn in mit der Hand auffängst, nicht von einem bisschen Dreck unterscheiden kannst.

Er ist allerdings nicht mit Geduld gesegnet. Schon nach wenigen Sekunden werden die sechs kleinen Beine wieder ausgefahren und er dreht sich zappelnd um. Dann flieht er so schnell ihn seine Beine tragen und hebt bei Gelegenheit sogar ab. Ja, Rüsselkäfer können fliegen.

Und dieses Jahr hat es meine Anfang Juni gepflanzten Spitzkohl-Pflanzen ganz arg erwischt. Bestimmt einige Hundert Kohltriebrüsselkäfer feierten hier eine Party, sodass die Blätter bald einem Sieb glichen. Meine Versuche, die gierigen Tierchen durch Bestäuben mit Gesteinsmehl oder Zwiebel-/Knoblauchsud zu vertreiben, waren im letzten Jahr nicht von großem Erfolg gekrönt.

Durchlöchertes Kohlblatt mit schwarzen Käfern

Es braucht schon etwas Stärkeres, um eine Rüsslerparty aufzulösen. Dieses Jahr habe ich darum zum Äußersten gegriffen: Neemöl, auch Niemöl genannt. Das Öl wird in Indien aus den Samen des Neembaumes gepresst und findet auch in der Kosmetik und Naturheilkunde Anwendung. Im Biogarten wird es als natürliches Insektizid eingesetzt und gilt als nützlingsschonend, ich vermeide den Einsatz trotzdem nach Möglichkeit. Eine kleine Menge wird mit reichlich Wasser verdünnt (5–10 ml pro Liter) und dann direkt großzügig auf die Tiere und befallenen Blätter gesprüht. Außerdem habe ich den Rest als Gießwasser genutzt, denn die Pflanzen nehmen die Wirkstoffe auf und wer dann daran saugt oder knabbert, dem bekommt das nicht. Wir Zweibeiner können die mit Neem behandelten Pflanzen aber problemlos essen, vielleicht nicht gerade die frisch gespritzten, aber das würde ja auch keinen Sinn ergeben.

Wenn du jetzt erwartest, dass die Krabbler nach der Spritzung am nächsten oder übernächsten Tag die Beinchen gen Himmel strecken und das zeitliche Segnen muss ich dich leider enttäuschen. Als eine Woche nach der Behandlung noch immer Heerscharen der Käfer sich an den Blättern gütlich taten und es eher noch mehr wurden, hätte ich schon fast aufgegeben. Um den Druck auf die Pflanzen zu reduzieren, bin ich zur Sammel-Methode übergegangen. Ein dünnes weißes Tuch, ich habe ein Passiertuch genutzt, wird unter der Pflanze auf dem Boden ausgebreitet und du streichst mit den Händen über die Blätter, sodass sich alle Käferchen fallenlassen. Dann hebst du das Tuch vorsichtig an, sodass sie darin gefangen sind. Anschließend geht es in eine Schale mit kochend heißem Wasser.

Das unter der Pflanze ausgebreitete Tuch fängt die Rüsselkäfer ein. Hierbei nutzt du die Eigenschaft der Kohltriebrüssler, sich bei Gefahr fallen zu lassen, schamlos aus.

Kleine schwarze Käfer in einer Schüssel Wasser.

Ein Bad in heißem Wasser führt zum schnellen Tod. Diese Menge Rüsselkäfer befanden sich an EINER Kohl-Pflanze.

Ich plante dies nun einmal am Tag zu wiederholen und so den schlimmsten Schaden an den Pflanzen abzuwehren. Als ich aber am nächsten Tag wieder mit Tuch und Schüssel anrückte, waren nur noch vereinzelt ein paar Rüsselkäfer zu sehen. Und die waren auch nicht mehr sehr agil. Das Neemöl hat also nach gut einer Woche doch seine Wirkung entfaltet!

Die Kohlpflanzen bekommen jetzt noch wöchentlich eine Flüssigdüngung und ich hoffe, dass sie sich von dem Befall erholen und ich im Herbst feine Spitzkohl-Köpfe ernten kann.

Kohlpflanze mit durchlöcherten Blättern.

Gut eine Woche nach der Neemöl-Behandlung sind keine Käfer mehr zu entdecken. Die durchlöcherten Blättern erinnern weiterhin an den Befall. Wichtig ist, dass die neuen Blätter gesund nachwachsen.

Es bleibt die Überlegung, wie ich im nächsten Jahr meine Kreuzblütengewächse vorbeugend schützen kann.

Die gute Nachricht: Der gefleckte Kohltriebrüssler bildet nur eine Generation pro Jahr. Was hier im Juli an meinen Pflanzen saugt, sind die frisch geschlüpften Jungkäfer, die sich für die bevorstehende Überwinterung dick und rund fressen möchten. Überwintert wird in dichten Hecken oder im Waldrandbereich. Von dort starten die Käfer im zeitigen Frühjahr und fliegen in Rapsfelder oder überwinternde Kohlpflanzungen. Nach der Paarung werden die Eier in die Blattstiele oder Stängel gelegt und die Larven ernähren sich vom Stägelmark. Dann verlassen sie die Pflanze und verpuppen sich im Boden. Dort schlüpft dann Anfang Juli die neue Generation Käfer, die dann gerne zu jungen Kohlpflanzen fliegt.

Dass es den Spitzkohl in dem Beet besonders schlimm getroffen hat, liegt gut möglich daran, dass im selben Beet zwei Sprossenbrokkoli-Pflanzen über den Winter standen und diese erst im Mai geerntet werden konnten. Die perfekten Wirtspflanzen für die Eiablage gepaart mit dem perfekten Aufzuchtfutter für die Jungkäfer, praktisch ein Rüsselkäferparadies.

Die beste Vorbeugung wäre sicher, die Pflanzen ab Mitte/Ende Juni mit einem feinmaschigen Netz zu schützen. Viele bauen Kohl generell nur unter Netzen an, weil einfach ihn zu viele zum Fressen gernhaben. In der Mischkultur ist es mit Netzen aufgrund der unterschiedlichen Wuchshöhen eher schwierig und eine Augenweide sind die Dinger auch nicht gerade.  Möglicherweise verdirbt auch das Gießen mit einer leichten Neem-Lösung ab Mitte Juni den Kerlchen den Appetit. Ich werde das testen.

Und wie sieht es bei dir in den Beeten mit gefräßigem Besuch aus? Schreibe mir gerne einen Kommentar, ob du „nur“ mit Blattläusen, Erdflöhen und Raupen kämpfst oder dieses Jahr auch Besuch der Rüssler hast.

Gemüse, die du einfach selbst anbauen kannst: Buschbohnen

Gemüse, die du einfach selbst anbauen kannst: Buschbohnen

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🤩 Gemüse, die du einfach selbst anbauen kannst … N° 4: 🫛 Buschbohnen

🫱 Flachlegen! Den Bohnensamen bedeckst du nur ca. 1 cm mit Erde. Stets feucht halten und nach ungefähr eine Woche erscheinen die Keimlinge.

🌱 Buschbohnen kannst du im Freiland von Mitte Mai bis Mitte Juli aussäen. Bist du mutig und rechnest mit dem ersten Frost erst im November, dann kannst du auch noch bis Anfang August säen.

🧺 Geerntet wird in etwa acht Wochen nach der Aussaat. Zwei bis dreimal pflückst du grünen Bohnen im wöchentlichen Abstand vorsichtig von den Pflanzen ab. Danach ist die Pflanze erschöpft und wird bodennah abgeschnitten.

🚨Buschbohnen nicht roh essen, immer kochen! Rohe Bohnen enthalten Phasin, ein für den Menschen gesundheitsschädliches Protein, welches aber beim Kochen zerstört wird.

✅ In einem 30 x 30 cm Quadrat wachsen 9 Buschbohnen. Pro Woche erntest du 300-400 g pro Quadrat, insgesamt also ca. 1 kg grüne Bohnen.

⌛️ Für eine lange Erntezeit empfehle ich pro Person ein Quadrat alle zwei Wochen von Mai bis Juli auszusäen.

❤️ Meine Lieblingssorte ist ‘Cupidon’ mit sehr zarten, langen Hülsen, die ausgesprochen super gesund wächst.

❓Hast du schon einmal Buschbohnen angebaut? Teile deine Erfahrungen und Tipps unten in den Kommentaren.

Ich bin gespannt darauf, von dir zu lesen! 🌱✨